HIDALGO

Münchens neues Klassik-Festival

Im nächsten Jahr bekommt München mit HIDALGO ein neues Lied-Festival. Als Vorbote wird in diesem November erstmals die Raum-Klang-Installation „Orplid“ gezeigt

Ludwig Mittelhammer © D. Fuchs

Ludwig Mittelhammer

Mit HIDALGO wird München im September 2018 ein neues Klassik-Festival bekommen, das sich bewusst von allen anderen Festspielen der Bayerischen Landeshauptstadt absetzen möchte. Denn HIDALGO, für das eigens ein gemeinnütziger Verein gegründet wurde, will einen Bogen von der Hochkultur über den Mainstream bis hin zur Nische spannen, wobei immer das Lied im Mittelpunkt stehen soll. Sprich: ein Sänger, ein Klavier und eine Bühne.

Apropos Bühne – die wird wohl oft an recht ungewöhnlichen Orten zu finden sein, denn HIDALGO möchte aus dem klassischen Lied kein Museum machen, sondern sieht in ihr einen Ausdruck von höchster Lebendigkeit, die man nicht nur in prachtvollen Sälen, sondern auch an verlassenen Bahnhöfen, in Keller-Clubs oder auf öffentlichen Plätzen spielen kann.

Lebendiges Gesamtkunstwerk

Obwohl HIDALGO erst nächstes Jahr im Spätsommer offiziell beginnen wird, wirft das neue Klassik-Festival bereits dieses Jahr am 10. November seinen ersten Schatten mit einem Pilotprojekt voraus: Der „Orplid“ ist eine Raum-Klang-Installation, inspiriert von der Ästhetik der Trance- und Goa-Szene. Er spiegelt Weltflucht-Erfahrungen über die Zeiten wider. Im neu eröffneten Pop-Up-Hotel „The Lovelace“ bilden Künstler, Saal und Publikum ein lebendiges Gesamtkunstwerk.

Der Bariton und Hugo-Wolf-Preisträger Ludwig Mittelhammer und der Liedbegleiter Eric Schneider präsentieren Lieder von Franz Schubert und Hugo Wolf, während sich das – bitte dunkel gekleidete und mit leisen Sohlen ausgestatte – Publikum dabei bewegen und den Raum erkunden kann, in dem mit Farben bemalte Schnüre hängen, die mit Schwarzlicht angestrahlt werden.

Erste Traumwelt für HIDALGO

Der Name „Orplid“ stammt aus den Werken von Eduard Mörike, die teilweise von Hugo Wolf vertont wurden. „Orplid“ bezeichnet eine Traumwelt, die sich der Dichter und seine Freunde erdachten. Die Weltflucht, also die Abkehr vom Alltag, war eines der zentralen Themen der romantischen Epoche. Heute findet sich dieser Gedanke unter anderem in der zeitgenössischen Underground-Szene wieder. Der „Orplid“ verbindet Tradition und Moderne, romantisches Lied und abstrakte Formen, klassische Musik und Schwarzlicht-Ästhetik.

concerti-Tipp:

HIDALGO „Orplid“
Fr. 10.11., 20:30 Uhr
Mitwirkende: Ludwig Mittelhammer und Eric Schneider
Ort: The Lovelace, München

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