Festivals im Februar 2018

Musikalische Lichtblicke im grauen Nass

Ob in Berlin, Trier, Bremen oder Dessau - die verschiedensten Festivals bringen kulturelle Abwechslung in den ungemütlichen Monat Februar

WDR Jazzfest © Lutz Voigtländer WDR

WDR Jazzfest

Von wegen, Sommerzeit ist Festivalzeit. Auch im Winter gibt es das ein oder andere interessante Festival, dem man unbedingt Beachtung schenken sollte. Anfang Februar heißt es für Jazz-Fans „Auf nach Gütersloh“. An drei Tagen spielen diverse Jazz-Größen aus allen Ländern der Welt in unterschiedlichsten Spielstätten der nordrhein-westfälischen Stadt auf. Wie etwa Alan Pasqua. Der aus New Jersey stammende Jazzpianist arbeitete lange mit Größen der Filmmusik-Industrie zusammen und komponiert mittlerweile selber Soundtracks für Disney-Filme.

Mit der WDR Big Band kommt er in den Gütersloher Theatersaal, um einen Überblick über sein Schaffen zu geben. Mit dabei: Der Amerikaner Peter Erskine am Schlagzeug. Spannend wird auch der Auftritt des finnischen Timo Lassy Quintet, das Hardbop, Funk, Soul-Jazz, Pop und finnische Folklore verbindet. Trompeter Markus Stockhausen, WDR Jazzpreisträger aus dem Jahr 2005, kommt mit einer Premiere nach Gütersloh. Sein neues Projekt „Wild Life“ beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Komposition und Improvisation. Ein Highlight des Festivals ist zudem die Verleihung des WDR Jazzpreises, die Götz Alsmann moderiert.

Aktuelle Klangkunst in Trier

In Trier geht es am dem 16. Februar um aktuelle Klangkunst. Beim „Opening 18“, dem internationalen Festival für Aktuelle Klangkunst, präsentieren sich in zehn Konzerten, einer Klangausstellung sowie zwei Schüler-Gesprächskonzerten über 30 Klangkünstler, Komponisten und Interpreten.

Ziel des Festivals ist das Erleben ungewöhnlicher und neuer Klangerlebnisse. Dabei spielt der Gedanke der Völkerverständigung für die Veranstalter eine große Rolle. Ausdrücklich gewollt sind dabei fremde Klänge für westliche Ohren. So sind Künstler mit Musik aus Ägypten, Korea oder dem Libanon in Trier dabei und sorgen für neue und interessante Höreindrücke.

Händel-Fieber in Karlsruhe

Ganz und gar nicht um Neue Musik geht es bei den Internationalen Händel-Festspielen Karlsruhe. Barock-Altmeister Georg Friedrich Händel steht zum 41. Mal im Mittelpunkt des Festivals in Baden-Württemberg, das das dortige Staatstheater veranstaltet. Zahlreiche hochkarätige Händel-Interpreten werden zu gut 20 Veranstaltungen in diesem Jahr erwartet. Höhepunkt ist die Neuinszenierung der Händelschen Oper „Alcina“ unter Regie des Amerikaners James Darrah und Leitung von Barockspezialist Andreas Spering, die am 16. Februar Premiere feiert.

Ebenso ungeduldig erwartet wird Star-Countertenor Valer Sabadus, der in seinem Konzertprogramm „Tiranno amor“ barocke Vielfalt vom Feinsten zum Besten geben wird. Und worauf darf sich das Publikum noch freuen? Eine große Barockgala mit dem argentinischen Countertenor Franco Fagioli, die Wiederaufnahme der Händel-Oper „Semele“ und ein Preisträgerkonzert des Händel-Jugendpreises. Ein Fest für Barock-Freunde!

Von Berlin bis Dessau

In der Hauptstadt lädt vom 22. bis zum 25. Februar der Deutsche Chorverband mit hochkarätigen Konzerten ins Berliner Radialsystem: Das Festival Chor@Berlin findet seit acht Jahren statt und präsentiert alles, was die Vokalmusik zu bieten hat: eine Konzertperformance rund um Pergolesis „Stabat Mater“, eine Film-Premiere mit Live-Chorbegleitung, Vocal-Pop-Mitsingaktionen und Workshops.

In der Hauptstadt des Bauhauses, in Dessau, wird das Kurt-Weill-Fest unter dem Motto „Weill auf die Bühne!“ am 23. Februar eröffnet. Auf viele große Namen und besondere Künstler darf man sich in Sachsen-Anhalt freuen: Jazztrompeter Till Brönner – in diesem Jahr als Artist in Residence dabei -, Kontrabassist Dieter Ilg, die Anhaltische Philharmonie Dessau, das Gerold Heitbaum Quartett oder Jazz-Pianistin Julia Hülsmann. Das bunte Programm führt die Zuhörer zudem nach Halle, Magdeburg und Wörlitz.

Gitarrenklänge in Bremen

Zu guter Letzt lädt ein Festival ab dem 23. Februar in den Nordwesten der Republik. Die bremen guitar art wird in diesem Jahr zum 15. Mal von der Hochschule der Künste ausgerichtet. Konzerte, Meisterkurse und ein Gitarrenwettbewerb für Nachwuchstalente stehen auf dem Programm.

Höhepunkt ist die alljährliche „Lange Nacht der Gitarren“, ein Gala-Abend mit zwei Künstlern, die zu den ganz Großen ihres Fachs zählen: der argentinische Gitarrist Máximo Diego Pujoli und Gitarrist Lorenzo Micheli aus Italien.

Internationale Händel-Festspiele Karlsruhe – Rückblick auf 2017:

Die Februar-Festivals im Überblick:

WDR 3 Jazzfest 2018
Zeitraum: 1. – 3.2.
Ort: Gütersloh

Opening 18 – Internationales Festival für Aktuelle Klangkunst
Zeitraum: 16. – 18.2.
Ort: Trier

Internationale Händel-Festspiele Karlsruhe
Zeitraum: 16.2. – 2.3.
Ort: Karlsruhe

Chor@Berlin
Zeitraum: 22. – 25.2.
Ort: Berlin

Kurt-Weill-Fest
Zeitraum: 23.2. – 11.3.
Ort: Dessau

bremen guitar art
Zeitraum: 23. – 25.2.
Ort: Bremen

2 Antworten zu “Musikalische Lichtblicke im grauen Nass”

  1. Margarete Lauterbach sagt:

    Der „italienische Countertenor Franco Figiolo“ heißt Fagioli, stammt aus Argentinien und lebt derzeit in Madrid. Ob man sich auf die übrigen Angaben in der Meldung über Festivals im Februar verlassen kann?

    • Nicole Korzonnek sagt:

      Liebe Frau Lauterbach,
      vielen Dank für den Hinweis! Selbst uns passieren ab und zu mal Fehler. Umso dankbarer sind wir, wenn wir darauf hingewiesen werden. Ich habe Namen und Herkunft eben korrigiert. Ansonsten bleibt mir nur noch, Ihnen zu versichern, dass die übrigen Angaben korrekt sind.
      Herzliche Grüße aus der Redaktion
      Nicole Korzonnek
      Online-Redakteurin

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