Peter Eötvös' „Multiversum“ in der Alten Oper Frankfurt

Wenn der Klang zum (Welt-)Raum wird

Peter Eötvös führt einen Dialog mit Mozart und reist durch Parallel-Universen

Peter Eötvös © Marco Borggreve/hr

Peter Eötvös

Ähnelt einer mathematischen Formel, ist aber alles andere als dröge: „Eötvös³“, so heißt die auf drei Jahre angelegte Kooperation des hr-Sinfonieorchesters mit Peter Eötvös, nunmehr in der zweiten Saison. „Ich setze alles in Musik um, was ich erlebe, was ich lese“, sagt der Komponist und Dirigent. Dabei kommt auch oft sein Sinn für Satire durch, gerne mit ironischen Einblicken in den Konzert- und Opernbetrieb. „Humor ist in all meinen Kompositionen präsent. Dies ist eine bestimmte Art der Weltsicht, ein besonderer Blick auf das Leben“, betont Eötvös.

Auch sein vor einem Jahr in Salzburg uraufgeführter „Dialog mit Mozart – Da capo“ für Orchester ist vorwiegend heiter. Darin hat er Fragmente und Ideen für Themen aus den Skizzenbüchern Mozarts weitergesponnen und verarbeitet. Und in ganz neue Farben getaucht. In Eötvös’ Stück kommt auch vielgestaltiges Schlagzeug zum Zuge, etwa mit Vibrafon, Bongos, Donnerblech, Woodblock und Gongs. „Ich mag den Typ“, hat Eötvös einmal in einem Interview erklärt, vor allem weil Mozart immer wieder aus den Konventionen der Musik seiner Zeit ausbreche.

Mit Peter Eötvös ins Weltall

hr-Sinfonieorchester

Reist mit Peter Eötvös ins Weltall: hr-Sinfonieorchester © Ben Knabe/hr

Vom Universum Mozart, das zudem mit der Ouvertüre zur „Entführung aus dem Serail“ und Max Regers „Mozart-Variationen“ abgesteckt wird, geht es mit Peter Eötvös im Dezember in der Frankfurter Alten Oper außerdem noch ins Weltall. Denn davon ist der Komponist seit seiner Jugend fasziniert, seitdem der Kosmonaut Jurij Gagarin 1961 den ersten bemannten Raumflug antrat.

Heute interessieren Peter Eötvös kosmologische Theorien, die sich mit Parallel-Universen beschäftigen: Eines seiner jüngsten Werke heißt „Multiversum“, ein opulent besetztes Konzert für Orgel, Hammond-Orgel und Orchester. Darin wird schon durch die Anordnung des Orchesters der Klang zum (Welt-)Raum: Streicher links, Holzbläser rechts, Blechbläser und Schlagzeug über die Breite des Podiums verteilt. Und die beiden verschiedenen Orgeln von hinten und vorne. Nach der erfolgreichen Uraufführung in der Hamburger Elbphilharmonie im Oktober und Gastspielen in Köln, Brüssel, Budapest und Amsterdam ist „Multiversum“ jetzt in Frankfurt zu erleben.

„Multiversum“ von Peter Eötvös:

concerti-Tipp:

Junge Konzerte
Do. 7.12., 19 Uhr
Mit: hr-Sinfonieorchester, Iveta Apkalna, László Fassang, Peter Eötvös (Leitung)
Ort: Alte Oper Frankfurt

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