Radio-Tipp: Telemann-Oratorium aus dem Hambuger Michel

Gelobet sei die Wiederentdeckung

Am 24. Juni wird das Telemann-Oratorium „Gelobet sei der Herr“ nach 286 Jahren erstmals wieder in Hamburg aufgeführt. NDR Kultur überträgt das Konzert ab 19 Uhr aus der Kirche St. Michaelis

Georg Philipp Telemann © Wikimedia Commons

Georg Philipp Telemann

Georg Philipp Telemann © gemeinfrei

Einen Tag bevor sich Georg Philipp Telemanns Tod zum 250. Mal jährt, wird in der St. Michaelis Kirche in Hamburg mit „Gelobet sei der Herr“ eine kleine Sensation zu hören sein. Denn das Oratorium zum Johannistag, dem der Lobgesang des Zacharias, Vater des Johannes, zugrunde liegt, wurde letztmals im Jahr 1731 in der Hansestadt aufgeführt. Nach knapp dreihundert Jahren wagt sich nun der Chor St. Michaelis unter der Leitung von Christoph Schoener wieder an dieses kaum noch bekannte Werk, das gerade mal 45 Minuten dauert.

Mit diesem Festkonzert ehrt die Stadt den großen Komponisten Telemann, der nicht nur das hanseatische Musikleben seiner Zeit prägte, sondern Hamburg weit über seine Grenzen hinaus zur Musikstadt machte. Ergänzt wird das Telemann-Oratorium mit der Kantate „Freue dich, erlöste Schar“ von Johann Sebastian Bach, die ebenfalls zum Johannistag komponiert wurde.

In Freundschaft verbunden

Dass neben Georg Philipp Telemann auch Johann Sebastian Bach zu hören sein wird, ist ein gelungener Programmkniff. Schließlich war Telemann als „Director musices“ nicht nur Bachs direkter Vorgänger in diesem Amt, sondern auch noch der Patenonkel von Carl Philipp Emanuel Bach, dessen Gebeine wiederum in der Krypta von St. Michaels begraben sind. Womit sich der Kreis dann endgültig schließt.

Für Kurzentschlossene, die sich das Konzert nicht nur im Radio anhören möchten, hier noch ein kleiner Tipp: An der Abendkasse werden noch Restkarten verfügbar sein.

concerti-Tipp

Festliches Konzert zum Johannistag
Sa. 24.6., 19 Uhr
Mitwirkende: Christoph Schoener (Leitung), Chor St. Michaelis, Concerto con Anima u.a.
Ort: Kirche St. Michaelis, Hamburg
NDR Kultur

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