Historisches Kaufhaus Freiburg im Porträt

Klingendes Wahrzeichen

Das knallrote Historische Kaufhaus in Freiburg ist nicht zu übersehen – und bietet mit seinen prachtvollen Sälen ganz besondere Konzertorte

Historisches Kaufhaus Freiburg © FWTM

Historisches Kaufhaus Freiburg

Das markante Haus auf der Südseite des Münsterplatzes sticht wegen seiner leuchtend roten Fassade und reichen Verzierung sofort ins Auge – und dies wohlbemerkt trotz der hohen Freiburger „Architekturdichte“ (in direkter Nachbarschaft befinden sich unter anderem das historische Kornhaus, die Alte Wache und das Wentzingerhaus). Das zwischen 1520 und 1532 für die städtische Marktverwaltung errichtete und später mehrfach umgebaute Historische Kaufhaus Freiburg ist weit mehr als das beliebte Foto- und Postkartenmotiv, das Touristen glückliche Reiseerinnerungen beschert.

Historisches Kaufhaus Freiburg zwischen Tradition und Moderne

Auch als facettenreich bespielter Veranstaltungsort ist das über die Jahrhunderte verschiedenartig genutzte Bauwerk ein echter Blick- beziehungsweise „Hörfang“. Deutlich zu vernehmen ist der Einklang im Zweiklang zwischen Tradition und Moderne im repräsentativen Kaisersaal. Er ist der größte der vier Veranstaltungsräume des Historischen Kaufhauses und trägt seinen Namen nicht von ungefähr: Wo früher Könige und Kaiser empfangen wurden, finden heute zahlreiche Veranstaltungen unterschiedlichster Art sowie Konzerte statt.

Bis zu 350 Menschen finden unter der mit imposanten Eichenholzbalken und Pfeilern, Stuck und Wappenfeldern reich ausdekorierten Decke Platz; an den Wänden hängen zudem zahlreiche Porträts habsburgischer Herrscher. Während man im Kaisersaal „Geschichte atmet“, kann man gleichzeitig Liederabenden, Rezitalen und Kammermusik auf hohem Niveau lauschen. Hier findet etwa im Oktober erstmals das Internationale „Jörg Demus Festival“ mit mehreren Konzerten statt, bei dem neben dem federführenden österreichischen Pianisten und Komponisten auch junge Interpreten vor großem Publikum auftreten sollen.

Nachwuchsensembles über den Dächern der Altstadt

Fest etabliert ist bereits die Reihe der „Kaisersaal-Konzerte“, die weit über die Region hinaus bekannt ist. Sie widmet sich bekannten Werken der Klassik und Romantik sowie Raritäten und trägt die Handschrift ihres Gründers und künstlerischen Leiters Martin Ostertag, langjähriger Solocellist des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg und seit 1980 Celloprofessor an der Hochschule für Musik Karlsruhe.

Der Klassikbetrieb ist dabei im Grunde zugleich Familienbetrieb: Die „Keimzelle“ des beliebten Projekts komplettieren Christian Ostertag und Katrin Melcher, die beide als Mitglieder des SWR Symphonieorchesters Violine spielen. Jüngst wurden die Kaisersaal-Konzerte zudem um eine Plattform für Nachwuchsensembles erweitert. Das „Junge Podium“ findet allerdings einige Straßen weiter über den Dächern der Altstadt statt. Spielort ist der moderne und lichtdurchflutete Humboldtsaal des Freiburger Hofes.

Die „Kaufhaus-Serenaden“ sind ein Dauerbrenner

Neben dem Kaisersaal werden auch andere Örtlichkeiten des Historischen Kaufhauses bespielt, darunter der kleinere Kaminsaal mit seiner intimen Atmosphäre, der Rokokosaal sowie der besonders in den Sommermonaten bezaubernde Innenhof. Letzterer wurde anlässlich der 850-Jahr-Feier der Stadt für klassische Open-Air-Veranstaltungen hergerichtet. Das erste Konzert spielte 1970 die Camerata Instrumentale Freiburg – es war gleichzeitig die Geburtsstunde der „Kaufhaus-Serenaden“, die seither fest im kulturellen Stadtleben verankert sind und bereits rund 250 Mal im Historischen Kaufhaus über die Bühne gingen.

Historisches Kaufhaus Freiburg bei Nacht:

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