Eröffnung des Paulinums Leipzig

Schimmerndes Metall und hängende Säulen aus Glas

Zur Eröffnung des Paulinums sorgen Chöre, Bigband und Organisten für Klangvielfalt

Paulinum Leipzig © shutterstock

Paulinum Leipzig

Es ist ein bisschen wie bei Hamburgs Elbphilharmonie. Der Neubau des Paulinums der Leipziger Universität dauerte acht Jahre länger als geplant und wurde mit 117 Millionen Euro doppelt so teuer. Doch wie bei der Elbphilharmonie hat sich das Warten vermutlich gelohnt. Schon von außen ist das Gebäudeensemble ein echter Hingucker. Das liegt zum einen am bläulich schimmernden Äußeren aus Glas und Metall. Das liegt aber auch daran, dass die Westfassade des Nachbaus der alten Paulinerkirche in die Außenwand integriert wurde. In der Rückschau verwundert es, dass man die Kirche 1968 sprengen ließ, denn diese hatte nicht nur den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden, sondern war ohnehin längst säkularisiert.

Schwebende Säulen im Paulinum Leipzig

Um zwei Aspekte wurde lange gestritten. Soll das Gebäude weltlich oder wieder kirchlich genutzt werden? Und soll das Kircheninnere möglichst original wieder aufgebaut werden? Man einigte sich in beiden Fällen auf einen Kompromiss, der sich auch im offiziellen Namen widerspiegelt: „Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli“. Die Aula mit ihren rund 600 Sitzplätzen wirkt mit Rundbögen und hohen Säulen genau wie eine Kirche, wird aber keine sein. Als architektonische Besonderheit wurden einige dieser Säulen nicht bis zum Boden geführt. Sie vermitteln den Eindruck von etwas Schwebendem und lassen weite Blicke durch den Raum zu.

Umstrittene Glaswand

Die Gestaltung dieser von innen beleuchteten Säulen erwies sich als technische Herausforderung und war ein Grund für die Verzögerungen beim Bau. Abgetrennt durch eine hohe Glaswand kann außerdem ein kleinerer Raum für Andachten und damit für liturgische Zwecke genutzt werden. Diese Glaswand ist unter den Musikern umstritten. Wird sie sich negativ auf die Akustik auswirken? Das werden die ersten Konzerte ab Anfang Dezember zeigen. Zur Eröffnung ist neben dem Universitätschor auch der MDR Rundfunkchor zu hören. Die ganze Bandbreite universitären Musiklebens zeigt das zweite Konzert, das von Gregorianik bis zu Arrangements für Bigband reicht. Der dritte Tag der Einweihung ist der neuen Orgel gewidmet, die von sieben Organisten vorgestellt wird.

Das Paulinum Leipzig bekommt eine neue Orgel:

concerti-Tipp:

Eröffnungskonzert
Fr. 1.12., 19:30 Uhr
Mit: Daniel Beilschmidt, MDR Rundfunkchor, Leipziger Universitätschor, Mendelssohnorchester Leipzig, David Timm (Leitung)
Ort: Paulinum Leipzig

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