Violinistin Noa Wildschut im Porträt

Herzenswärme mit Stahldraht

Die 16-jährige Noa Wildschut entdeckt Bruchs erstes Violinkonzert

Noa Wildschut © Marco Borggreve

Noa Wildschut

Blonder Pferdeschwanz, verschmitzt-ernsthafter Blick und seidenweicher Ton: Wer sich ein wenig mit internationalen Nachwuchskünstlern beschäftigt, hat die holländische Geigerin Noa Wildschut schon seit 2010 im Auge. Damals gewann sie nicht nur im Alter von neun Jahren den „Internationalen Violinwettbewerb Louis Spohr“ in Weimar, sondern spielte bereits im Duo mit ihrem großen Vorbild Janine Jansen.

Diese fördert bis heute das sympathische Jungtalent, das derzeit als Jungstudentin bei Vera Beths am Konservatorium in Amsterdam studiert und 2011 in Anne-Sophie Mutters Stiftung aufgenommen wurde. Kein Wunder, fühlt man sich doch bei jedem Ton, den Noa Wildschut spielt, an die Aufnahmen der großen Mentorin erinnert: feiner Reinklang, brillante Technik, Herzenswärme – all dies steckt in dieser 16-Jährigen, die Mozart genauso beherrscht wie Bruch oder Piazzolla.

Noa Wildschut weiter auf Erfolgskurs

Dies hat sich bereits herumgesprochen, und Noa Wildschut tourt nicht nur mit „Mutter’s Virtuosi“ um die Welt, sondern wird als Solistin in die heiligen Hallen des Berliner Konzerthauses, der Tonhalle Zürich oder des Concertgebouw Amsterdam eingeladen. Und nicht nur das: Mit ihren 16 Jahren wird sie von einer internationalen Agentur betreut und hat gerade ihre Debüt-CD mit Werken von Mozart aufgenommen – unter anderen dessen fünftes Violinkonzert.

„Ich will nicht sagen, dass Mozart mir lieber wäre als andere Komponisten, aber es bereitet mir große Freude, seine Musik zu spielen“, so Wildschut. Man kann von Glück sagen, dass sich die Musikerin bereits mit zwei Jahren ein Cello wünschte, zwei Jahre später jedoch zur Geige wechselte. Der Drang, Musik zu machen, wurde ihr offensichtlich in die Wiege gelegt: „Musik hat eine gewaltige Kraft, und für mich ist es das Großartigste überhaupt, diese Kraft spürbar durch mich hindurch strömen zu lassen und sie an andere weiterzugeben, wenn ich mit einem Büschel Pferdehaar über ein bisschen Stahldraht streiche.”

Noa Wildschut bei den Aufnahmen zu Mozarts 5. Violinkonzert

concerti-Tipp:

2. Philharmonisches Konzert
Mi. 25.10., 20:00 Uhr
Mitwirkende: Noa Wildschut (Violine), Philharmonisches Orchester Heidelberg, Elim Chan (Leitung)
Ort: Stadthalle Heidelberg

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