Reine Schönheit

CD-Rezension Alexander Vassiliev

Reine Schönheit

Es sind nachdenkliche, fast stille Liedvertonungen, die zwischen Spätromantik, Expressionismus und Sachlichkeit einen sehr eigenen Weg finden. Ja, von Rudi Stephans Musik geht eine eigentümliche Faszination aus, eine herbe wie lebensbejahende Schönheit, die uns in den nur sehr dezidiert eingesetzten emphatischen Aufschwüngen zwar einige Richard-Strauss-Momente beschert, sonst aber von einer Reinheit ist, die ganz frei von programmatischer Überfrachtung oder emotionaler Überwältigung bleibt. Die Ersteinspielung aller erhaltenen Lieder des 1915 in Galizien kaum 28-jährig gefallenen Komponisten ist ein diskographischer Glücksfall, rückt sie doch einen so sehr zu Unrecht nur Insidern bekannten einstigen Hoffnungsträger erneut ins Bewusstsein der Musikwelt. Mit subtilem Einfühlungsvermögen für Zwischentöne und Farbwerte gestalten Sophie Harmsen und Alexander Vassiliev die Lieder, ihre Klavierpartnerin Miri Yampolsky spielt stilgenau auf einem historischen Steinway des Jahres 1901.

Rudi Stephan: Sämtliche Lieder
Sophie Harmsen (Mezzosopran)
Alexander Vassiliev (Bass)
Miri Yampolsky (Klavier)
Ryoko Morooka (Harmonium)
MDG

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