Ungewohnter Bach

CD-Rezension Bachiana – Asya Fateyeva & WKO

Ungewohnter Bach

Asya Fateyeva und das Württembergische Kammerorchester Heilbronn interpretieren Bach neu und überzeugen mit Villa-Lobos

Warum Bach kein einziges Werk für Saxofon geschrieben hat, ist nicht weiter verwunderlich, wurde das Instrument doch erst Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden. Richtig populär ist es aber erst im Jazz-Zeitalter geworden. Asya Fateyeva möchte mit ihrer neuen CD „Bachiana“ nun beweisen, dass das Instrument weitaus mehr kann als nur Jazz. Die von der Solistin selbst arrangierten Bach-Konzerte klingen beim ersten Hören allerdings etwas zahm, beinahe farblos. Am meisten überzeugt dabei das Konzert für Oboe und Violine c-Moll BWV 1060. Zusammen mit dem souveränen Geiger Erik Schumann und der durchgängig verlässlichen Begleitung durch das Württembergische Kammerorchester Heilbronn geling eine überaus stimmige Interpretation. Elegant, schlank, warm und makellos ist der gesangliche Ton der in Deutschland lebenden Ukrainerin und manchmal muss man schon genau hinhören, um das Instrument als Saxofon zu identifizieren. Der eigentliche Höhepunkt der CD ist aber Villa-Lobos „Fantasia“, bei der sowohl die Solistin als auch das Orchester zu einem wahren Ohrenöffner aufblühen.

Bachiana
Bach: Konzerte BWV 1041,1056 & 1060, Ach bleibe doch, mein liebstes Leben aus „Lobet Gott in Seinen Reichen“ BWV 11
Villa-Lobos: Aria aus „Bachianas Brasileiras“ Nr. 5 & Fantasia

Asya Fateyeva (Saxofon), Erik Schumann (Violine), Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, Ruben Gazarian (Leitung)
Berlin Classics

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