Feine Linien

CD-Rezension Ebonit Saxophone Quartet

Feine Linien

Ganz nah an der eigenen Streichquartett-Fassung des Meisters: Haydns Sieben letzte Worte mit vier Saxofonen

Joseph Haydns Sieben letzte Worte kennen mehrere Besetzungen, die teils durch den Komponisten selbst beglaubigt wurden. Doch diese Besetzung ist neu: vier Saxofone! Was im ersten Moment wie ein schräges Experiment erscheint, entpuppt sich – nah an der Streichquartettfassung – als ernstzunehmende Alternative. Denn das in Amsterdam gegründete Ebonit Saxophone Quartet spielt auf seiner Debüt-CD diese Musik, eingerichtet von der „Primsaxofonistin“ Simone Müller, ohne Näseln und andere Aufdringlichkeiten, dafür mit vielen fein gezeichneten Linien, mit klarer Verteilung der Stimmen, mit pochenden Bass-Fundamenten, klagenden, seufzenden Oberstimmen und subtilen Trillern. Das Programm wird klug durch Werke von Reger, Webern, Sibelius und einen Quartettsatz von Schostakowitsch ergänzt bzw. unterbrochen, denn teilweise stehen diese Stücke zwischen den einzelnen Abschnitten des Haydn-Zyklus.

Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, Webern: Langsamer Satz, Sibelius: Voces intimae op. 56, Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 7, Reger: Nachtlied op. 138
Ebonit Saxophone Quartet
Claron McFadden (Stimme)
Challenge

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