Emphatisch

CD-Rezension Matthias Kirschnereit – Frei aber einsam

Emphatisch

Matthias Kirschnereit, Lena Neudauer und das Amaryllis Quartett interpretieren Brahms, der voller Leidenschaft und Poesie steckt

Bravo, dieser Brahms steckt voller Leidenschaft und Poesie. Man kann nicht gleich behaupten, dass zwei neue Maßstäbe für die Diskografie beider Werke gesetzt werden, aber sowohl in der dritten Klaviersonate als auch in Brahms’ Klavierquintett gibt es Passagen, die man hier anders als gewohnt hören kann. Anders und neu, aber nicht künstlich anders. Matthias Kirchnereit setzt einige Mini-Pausen, gestaltet Übergänge emphatisch und mit einer Freiheit, die grenzwertig romantisiert wirkt, doch Kirschnereit überschreitet diese Gebiete nie, er bleibt innerhalb des ureigenen Brahms-Terrains und setzt dort auf deutliche, organisch zueinander in Besetzung gesetzte Kontraste: Wucht und Zerbrechlichkeit, Bass-Gewichte und Höhen-Säuseln, Drängen und Zurücknahme. Sein Spiel ist ebenso transparent wie das des Amaryllis Quartetts. Lena Neudauer steuert ebenso gelungen das Scherzo aus der „F. A. E.-Sonate“ bei.

Frei aber einsam
Brahms: Klavierquintett op. 34, Klaviersonate Nr. 3 f-Moll op. 5 & Scherzo aus der „F. A. E.-Sonate“

Matthias Kirschnereit (Klavier), Lena Neudauer (Violine), Amaryllis Quartett
Berlin Classics (2 CDs)

Weitere Rezensionen

CD-Rezension Matthias Kirschnereit

Reichtum an Stimmungen

Es braucht einen so reflektierten Pianisten wie Matthias Kirschnereit um den Reichtum dieser Stücke zu offenbaren weiter

CD-Rezension Matthias Kirschnereit

Studien zu Händel

Sechs Klavierkonzerte von Händel, gespielt von Matthias Kirschnereit mit der Deutschen Kammerakademie Neuss unter der Leitung von Lavard Skou Larsen weiter

Auch interessant

Matthias Kirschnereits Lieblingsstück

Brahms Klaviersonate Nr. 3

Brahms Klaviersonate Nr. 3: Das Meisterwerk des zwanzigjährigen Komponisten begeistert Matthias Kirschnereit schon seit seiner Studienzeit und beglückt ihn bis heute noch zutiefst weiter

Gezeitenkonzerte 2017

Musik zwischen Deich und Marsch, Watt und Feld

Die Gezeitenkonzerte bringen Musik an die schönsten Orte des Nordwestens weiter

Interview Matthias Kirschnereit

„Ich werde das Werk wohl spielen, bis ich sterbe”

Spät hat er zu seinem Instrument gefunden, heute zählt er zu den weltweit gefeierten Pianisten. Matthias Kirschnereit auf der Suche nach der „perfekten Phrase” weiter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *