Schwer begreiflich

CD-Rezension Ulf Schirmer

Schwer begreiflich

Allzu eingängig und unverständlich: Schuldloses Unglück und Flucht ins Irrationale

Da schreibt ein von den Nazis verfolgter jüdischer Komponist eine katholische Mysterienoper und lässt sie mit den Worten enden: „Gepriesen sei der Tod!“ Das kann wohl nur verstehen, wer ähnlichen Gefahren ausgesetzt war wie Walter Braunfels. Die Musik hingegen versteht jeder. Sofern man nicht über das ewige 4/4-Metrum einschläft. Auch die Strauss-Anklänge, insbesondere an Die Frau ohne Schatten, rütteln einen nicht wach – es wird halt viel meditiert. Braunfels hatte sich schon 1913 mit Claudels triefend irrationaler Verkündigung beschäftigt, 1917 trat er nach furchtbaren Fronterlebnissen zum Katholizismus über. Sein 1948 uraufgeführtes Mysterium ist stark vom Orchester her gedacht, der Text wirkt moritatenhaft und wird von den durchweg tadellosen Sängern sauber artikuliert. Aber muss man solche Zeilen wirklich verstehen?

Braunfels: Verkündigung
Juliane Banse, Hanna Schwarz, Robert Holl, Münchener Rundfunkorchester, Chor des BR, Ulf Schirmer (Leitung) u. a.
BR Klassik

Weitere Rezensionen

CD-Rezension Ulf Schirmer – Saint-Saëns: Proserpine

Opernentdeckung

Historisches und Lokalkolorit sowie ansprechende, farbenreiche musikalische Charakterisierungen machen die Oper zum wahren Hörerlebnis weiter

CD-Rezension Ulf Schirmer

Straussglück mit Schirmer

Für Wagner- und Strauss-Kenner eine willkommene Ergänzung ihrer Diskographie weiter

CD-Rezension Ulf Schirmer – Lortzing: Regina

Liebesdrama in der Revolution

Hier bestimmen eine natürliche Spielfreude, Lockerheit und Temperament das Geschehen weiter

Auch interessant

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *