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Sistanagila © Neda-Navaee

Sistanagila

Freitag, 17. Februar 2017, 21:00 Uhr
Heilig-Kreuz-Kirche Kreuzberg (Berlin)

Ensemble Sistanagila

Studieren, improvisieren, fusionieren – Sistanagila: Ein Ensemble setzt Zeichen gegen die Feindschaft seiner Heimatländer

Iran und Israel: So nah und doch so fern. Zwei Länder, die aufs Blut verfeindet sind, sich gegenseitig die Existenzberechtigung absprechen, ihre unterschiedlichen Religionen als schwere Geschütze in Stellung bringen und den Terror weiter eskalieren lassen. Vor der Islamischen Revolution 1979 waren die beiden Staaten befreundet und profitierten vom wirtschaftlichen Austausch. Danach indes regierten nur noch Hetze, Verdächtigungen, Säbelrasseln.
Dem in Israel geborenen Sänger und Komponisten Yuval Halpern und dem iranischen Informatiker Babak Shafian war diese Situation unerträglich. Sie begegneten sich in Berlin und erkannten, dass ihre Leidenschaft zur Musik tatsächlich Grenzen überwinden kann. Das West-Eastern Divan Orchestra, gegründet von Daniel Barenboim, war den beiden (die übrigens auch das gleiche Alter teilen) Vorbild, Gemeinsames statt Trennendes zu suchen. In dem Namen ihres Ensembles spiegelt sich das wider. „Sistan“ ist der Name einer iranischen Provinz, Hava Nagila ein hebräisches Volks- lied. Zusammengeführt ergibt dies Sistanagila, ein Ensemble mit gleichberechtigten Partnern. Unterschiedliche Spielkulturen verschmelzen zu einer ungewohnten Einheit. „Bei uns in Israel studieren wir die Musik und spielen mit den Augen“, sagt Yuval Halpern. Dagegen werde im Iran „mehr improvisiert, findet das Spiel vorwiegend mit den Ohren statt.“ Ihr Konzert in der Kreuzberger Heilig-Kreuz-Kirche stellt gleichzeitig einen Brückenschlag zum Okzident und der Musik des 20. Jahrhunderts dar. (Helge Birkelbach)

NachtKlänge 96
Sistanagila
Folkloristische, religiöse, sephardische & traditionelle persische Musik

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