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Emmanuel Ceysson © J.C. Husson

Emmanuel Ceysson

Samstag, 09. Dezember 2017, 16:00 Uhr
Nikolaisaal (Potsdam)

Emmanuel Ceysson

Von der Sommerfrische am Wörthersee durchflutet: Mahlers vierte Sinfonie trifft auf Glières Harfenkonzert

Gustav Mahler war ein begnadeter Dirigent. In jungen Jahren startete er seine Karriere an Provinztheatern; dann arbeitete er sich in die Musikzentren vor: Prag, Leipzig, Budapest und schließlich Hamburg, wo er als erster Kapellmeister die Opernauffürungen und philharmonischen Konzerte leitete.

Mahlers höchst ehrgeiziges Ziel war jedoch die Leitung der Wiener Hofoper, der wohl prestigeträchtigste Musikposten in ganz Europa. Da er sich als Jude keine Aussicht auf eine solche herausragende Stellung ausrechnete, konvertierte er zum Katholizismus. Mithilfe einflussreicher Persönlichkeiten konnte Mahler 1897 tatsächlich den Vertrag in Wien unterzeichnen. Zehn Jahre später endete seine Amtszeit, was auch mit einer antisemitischen Pressekampagne zusammenhing. Bis heute gilt die Ära Mahler als „Goldenes Zeitalter“ der Wiener Hofoper.

Aufgrund seines riesigen Arbeitspensums widmete sich Mahler dem Komponieren nur in der Sommerfrische, die er in jenen Jahren am Wörthersee genoss. Dort beschäftigte er sich intensiv mit „Des Knaben Wunderhorn“, einer Sammlung von Volksliedtexten, die Clemens Brentano und Achim von Arnim im frühen 19. Jahrhundert in Heidelberg herausgegeben hatten. Mahler vertonte zahlreiche Verse und ließ diese Wunderhorn-Lieder auch in drei seiner Sinfonien einfließen. In der schlank besetzten Vierten, entstanden zwischen 1899 und 1901, stimmt eine Sopranistin im „sehr behaglichen“ Finale das Lied Das himmlische Leben an. (Antje Rößler)

Klara Ek (Sopran)
Emmanuel Ceysson (Harfe)
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
Howard Griffiths (Leitung)

Werke von Glière & Mahler

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