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Mass/Theater Lübeck © Olaf Malzahl

Szenenbild aus "Mass"
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Samstag, 20. Mai 2017, 19:30 Uhr
Theater Lübeck (Lübeck)

Bernstein: Mass

Hier darf der Priester aus der Rolle fallen: Bernsteins Musiktheaterstück Mass hinterfragt den uneingeschränkten Glauben

Er war einer der ganz großen Musiker des 20. Jahrhunderts: Leonard Bernstein. Ein gefeierter Dirigent, der sich besonders um die Wiederentdeckung der Sinfonien Gustav Mahlers verdient gemacht hat. Ein Komponist, dem mit dem Musical West Side Story ein bleibender Welterfolg gelang, und der als traumwandlerisch sicherer Gratwanderer zwischen Klassik und Jazz sein Publikum begeisterte. Und ein Musikpädagoge, der über das seinerzeit neue Medium Fernsehen und mit dem Buch Freude an der Musik ein breites Publikum für klassische Musik begeisterte und sich nicht zuletzt als Gründer der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals um die Förderung hochtalentierter junger Musiker weltweit verdient gemacht hat.

Leonard Bernsteins Werk umfasst vier Musicals, zwei Opern, eine Operette, drei Sinfonien, dazu Klavier- und Kammermusik sowie mehrere Liederzyklen. Doch die Anerkennung, die der Dirigent Bernstein ganz selbstverständlich erhielt, wurde dem Komponisten längst nicht in gleichem Maße zuteil. Außer seiner West Side Story und den aus ihren Themen entwickelten Symphonic Dances für Orchester finden erstaunlich wenige seiner Werke heute noch den Weg in die Konzertsäle. In den Kreisen der musikalischen Avantgarde und der Musikkritik wurde Bernstein nicht immer ernst genommen; gerade wegen seiner Affinität zu Strukturen der Jazz- und Unterhaltungsmusik, die seine Kompositionen doch so schillernd machte.

Schillernd ist auch ein Werk Bernsteins, dass man jetzt am Theater Lübeck der Vergessenheit entreißen will: Mass ist auf den ersten Blick so gar nicht typisch für den hedonistischen Tausendsassa und Lebemann Leonard Bernstein mit seinen jüdischen Wurzeln: Denn es basiert auf der lateinisch-katholischen Messliturgie. Ist aber keine Messe, jedenfalls nicht wirklich. Im Laufe ihres Gottesdienstes nämlich fallen alle Beteiligten aus der Rolle, Priester und Gemeindemitglieder berichten einander von ihren Lebens- und Glaubenskrisen. Von Jazz, Blues über Rock, Broadway-Sound bis hin zu Expressionismus und Zwölftonmusik sind dabei die verschiedensten Stile des 20. Jahrhunderts zu hören. Eben doch typisch Bernstein! (Christoph Kalies)

Guillermo Valdés (Priester)
Gerard Quinn (Zelebrant)
„Street People“
Chor und Extrachor des Theater Lübeck
Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theater Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck
Phemios Kammerchor Lübeck
Mitglieder des Nordelbischen Knabenchors
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Andreas Wolf (Leitung)
Tom Ryser (Regie)
Lillian Stillwell (Choreografie)

Weitere Termine:
22.6., 8.7.

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