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Evgeny Kissin © Sheila Rock

Evgeny Kissin

Samstag, 20. Januar 2018, 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz (München)

Evgeny Kissin & Emerson String Quartet

Je weiter Mozart in seinem künstlerischen Schaffen voranschritt, desto weniger interessierte er sich für zeitgenössische Musikästhetik, geschweige denn für den Geschmack seiner bis dato treuen Anhängerschaft. So geschah es immer wieder, dass sich die Drucke seiner Werke als Ladenhüter erwiesen und seine Konzerte bloß Verwirrung und Unverständnis beim Publikum hervorriefen.

Im Falle seiner Klavierquartette führte Mozarts Ablehnung gegenüber dem Zeitgeschmack sogar zum Zerwürfnis mit seinem Verleger, der sich unter dem Genre Klavierkompositionen mit Streicherbegleitung vorstellte, Mozart aber selbiges nicht lieferte. Vielmehr schuf er – und das parallel zu seiner Arbeit an Le nozze di Figaro – den Prototypen des späteren Klavierquartetts, als Dialog zwischen Streichinstrumenten und Klavier.

Einer, der in der heutigen Zeit künstlerisch nahezu ebenso kompromisslos agiert wie einst der Wiener Meister, ist der russische Klaviervirtuose Evgeny Kissin. Wie kaum ein anderer Pianist verweigert er sich der Marketingmaschine des Klassikbetriebs, zählt aber trotz seiner Zurückgezogenheit zu den großen Tastenstars der Gegenwart. So lässt sich das gemeinsame Konzert mit dem international renommierten Emerson String Quartet als wahres kammermusikalisches Gipfeltreffen bezeichnen, das Mozarts ästhetischen Vorstellungen auf Augenhöhe umsetzt.  (Johann Buddecke)

Evgeny Kissin (Klavier)
Emerson String Quartet

Mozart: Klavierquartett Nr. 1 g-Moll KV 478
Fauré: Klavierquartett Nr. 1 c-Moll op. 15
Dvořák: Klavierquintett A-Dur op. 81

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