< Zur Übersicht

Die Zirkusprinzessin/Theater Osnabrück © Jörg Landsberg

Szenenbild aus "Die Zirkusprinzessin"

Donnerstag, 07. Dezember 2017, 19:30 Uhr
Theater Osnabrück (Osnabrück)

Kálmán: Die Zirkusprinzessin

Weil man schließlich nur einmal lebt: Am Theater Osnabrück verdreht Kálmáns Zirkusprinzessin allen Männern den Kopf

Er macht eine Fürstin zur »Zirkusprinzessin«: Zirkusreiter »Mister X« Hurra, hurra! Man lebt ja nur einmal und einmal ist kein Mal“, wird in Emmerich Kálmáns Die Csárdásfürstin das viel zu kurze Leben euphorisch besungen. Die Renaissance der Operette hat vielleicht auch etwas mit dem unvernünftig-frechen Trotz, dem Tanz auf dem Vulkan zu tun, mit dem sie der politischen Apokalypse Paroli bietet. Regisseure wie Barrie Kosky haben maßgeblich zur „Operettung“ beigetragen. Gespannt darf man nun am Theater Osnabrück auf den Blick der jungen Regisseurin Sonja Trebes sein.

„Die unerhörte Kunst der Operette“, so hat es Volker Klotz in seinem Standardwerk attestiert, hatte schon seit Offenbachs Zeiten etwas Subversives, ja Revolutionäres, sehr zum Missvergnügen humorloser Herrscher. So machte auch das Nazi-Regime mit der märchenhaften Operettenseligkeit der Zwei Märchenaugen aus der Zirkusprinzessin kurzen Prozess. Gekonnt mixte Kálmán einen Operetten-Cocktail, der auf den schwer angesagten Tanz-Rhythmen der Roaring Twenties basierte, fügte einen Spritzer Walzerseligkeit und ein Quäntchen Exotik aus dem Zirkusmilieu hinzu. Mit ihren „Märchenaugen“ verdreht die reiche Petersburger Witwe Fedora Palinska den Männern reihenweise den Kopf. Die Zirkusprinzessin erlebte 1926 am Theater an der Wien einen triumphalen Uraufführungserfolg. Trotzdem wurde der ungarisch-jüdische Komponist wenige Jahre später aus seiner Heimat vertrieben. Den weltweiten Siegeszug der Zirkusprinzessin bis nach New York konnte das indes nicht verhindern. (Sigrid Schuer)

Kálmán: Die Zirkusprinzessin
Daniel Inbal (Leitung)
Sonja Trebes (Regie)

Weitere Termine: 9., 12. & 15.12.2017, 5., 10., 14. & 24.1., 4. & 23.2., 25.3., 4. & 10.4.2018

Veranstalter: Theater Osnabrück

    Kommentare sind geschlossen.