Werk der Woche – Mozart: Die Zauberflöte

„So will ich dir in Gottes Namen eine Oper schreiben“

Weil Theaterdirektor Emanuel Schikaneder in tiefen Schulden steckte, schrieb Mozart ihm die Oper „Die Zauberflöte“

Die Sternenhalle der Königin der Nacht. Bühnenbild von Friedrich Schinkel © gemeinfrei

Die Sternenhalle der Königin der Nacht. Bühnenbild von Friedrich Schinkel

Emanuel Schikaneder, einst herumziehender Musiker eines wandernden Schmierentheaters, arbeitete sich mit viel Geschick in Wien zum Direktor des Theaters an der Wieden hoch. Weil er im März 1791 finanziell erheblich in der Klemme steckte, da er sich mit dem Betrieb seines Theaters überschuldet hatte, flehte er seinen Freund Mozart an, ihm zu helfen.

Er habe einen vorzüglichen Stoff zu einer Zauberoper in dem Märchen „Lulu oder die Zauberflöte“ gefunden und daraus ein Libretto geschrieben. Dies solle der Freund und gleichgesinnte Freimaurer für ihn in Musik setzen. Ein kleiner Gartenpavillon dicht am Theater wurde rasch für den Komponisten eingerichtet und die Arbeit konnte beginnen: Mozart komponierte und Schikaneder ließ keine Gelegenheit aus, seinen Freund Wolferl zur fleißigen Zusammenarbeit zu besuchen – reichlicher Champagnergenuss eingeschlossen.

Ein siegreiches Doppel

Die Zauberflöte – Theaterzettel zur Uraufführung am 30. September 1791

Die Zauberflöte – Theaterzettel zur Uraufführung am 30. September 1791 im Freihaus auf der Wieden in Wien © gemeinfrei

Was aus der Zusammenarbeit entstand, kennt jeder, der sich auch nur ansatzweise für das Musiktheater interessiert. Kaum ein Bühnenwerk hat eine solche Erfolgsgeschichte erlebt wie die „Zauberflöte“, worauf auch Mathias Husmann in seiner Werkeinführung hinweist. Bereits die Uraufführung – Schikaneder selbst gab den Papageno – war ein Triumph: Alleine 14 Verwandlungen auf der Bühne hatte der Librettist und Regisseur vorgesehen, das Publikum war ob der „Maschinen- und Zauberoper“ begeistert.

Aber nicht nur die Musik und das Bühnenspektakel, sondern auch der Sinn für eine packende Geschichte im Stil eines antiken Liebesromans, in dem die Protagonisten den Weg der Erkenntnis und Prüfung gehen müssen, um schließlich zusammenzufinden, waren entscheidend für den großen Erfolg der Oper, der bis heute anhält.

Mozart überlebte die Uraufführung seiner Oper um nur neun Wochen – der Welterfolg seiner „Zauberflöte“ wurde ihm nie zuteil.

Die wichtigsten Fakten zu Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“:

Deutsche Oper in zwei Aufzügen

Orchesterbesetzung

2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten oder Bassetthörner, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, ein Klaviaturglockenspiel (meistens eine Celesta) und Streicher

Spieldauer

Ca. 3 Stunden

Die Uraufführung fand am 30. September 1791 im Theater auf der Wieden in Wien statt.

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Referenzeinspielung

Mozart: Die Zauberflöte
Arnold Schoenberg Chor
Mahler Chamber Orchestra
Claudio Abbado (Leitung)
Mitwirkende: Dorothea Röschmann, Erika Miklósa, Christoph Strehl, René Pape, Hanno Müller-Brachmann u.a.
Deutsche Grammophon

Auf seiner ersten Einspielung der Mozartschen Erfolgsoper dirigiert Claudio Abbado das 1997 von ihm gegründete, hochkarätige Mahler Chamber Orchestra. Darüber hinaus hat er hervorragende Sänger um sich herum versammelt. Entstanden ist eine Aufnahme zum 250. Geburtstag des Komponisten, die mit viel Gespür für Dramatik und raschen Tempi so flüssig und selbstverständlich erscheint, dass man sie gleich nochmal hören möchte.

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Hier geht es zu den aktuellen concerti-Termintipps zu Mozarts „Zauberflöte“

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