Leipzig gehört zu den wenigen europäischen Musikstädten, deren kulturelle Identität ohne das jüdische Bürgertum des 19. Jahrhunderts kaum denkbar wäre. Das Festival Con spirito 2026 greift dieses Erbe auf und rückt unter dem Titel „Tacheles – Jewish Tunes der Leipziger Romantiker“ jene künstlerischen Verflechtungen in den Fokus, die das Musikleben der Messestadt entscheidend prägten. Ausgehend von Felix Mendelssohn Bartholdy spannt sich der Bogen zu Robert und Clara Schumann, Joseph Joachim, Ferdinand David, Ferdinand Hiller und Giacomo Meyerbeer – Komponisten und Interpreten, deren Werke und Biografien von einem intensiven geistigen Austausch zeugen. Dabei versteht sich das Festival nicht als historische Retrospektive, sondern als kritische Wiederbegegnung mit einer vielfach verdrängten Kulturgeschichte. Selten gespielte Kammermusik tritt in Dialog mit dem Kanon, Konzerte werden durch Gespräche und thematische Formate ergänzt. An authentischen Leipziger Orten entsteht so ein Panorama der Romantik, das musikalische Exzellenz mit historischer Reflexion verbindet und die Bedeutung jüdischer Künstler für das europäische Musikleben neu hörbar macht.
Con Spirito 2026: Tacheles
Zwischen Erinnerung und Wiederentdeckung
Unter dem Motto „Tacheles“ widmet sich das Festival Con Spirito 2026 dem jüdischen Erbe der Leipziger Romantik.
© Tessa Posthuma
Festivalfenster
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