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Internationales Musikfestival Lípa Musica

25 Jahre Musik im Grenzraum

Das internationale Musikfestival Lípa Musica feiert 2026 sein 25. Festivaljahr mit einem Jubiläumsprogramm ganz im Zeichen der Frau.

vonJulia Hellmig,

Was wäre die Musikgeschichte ohne Komponistinnen, Interpretinnen, Mäzeninnen, aber auch ohne Musen, Heldinnen, Heilige und Schönheiten, die seit Jahrhunderten die Kunst inspirieren?

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Vom 11. September bis 2. November 2026 rückt das internationale Musikfestival Lípa Musica die Frau ins Zentrum und lädt zum 25. Mal zu Konzerten an besonderen Orten in Nordböhmen und im sächsischen Grenzraum. Das Programm reicht von Alter Musik und Barock über Lied und Kammermusik bis hin zu zeitgenössischen Klängen und genreübergreifenden Projekten.

Künstlerische Schirmherrin des Jubiläums ist die Flötistin Jana Semerádová. Gemeinsam mit der italienischen Sopranistin Roberta Mameli eröffnet sie das Festival im Theater F. X. Šalda in Liberec. Hier trifft Barockoper auf virtuose Instrumentalmusik.

Doch Lípa Musica denkt weiter als bis zur Konzertbühne. In „La Rameau“ begegnet Jana Semerádová dem Mimen Radim Vizváry in einer Inszenierung rund um die Musik Jean-Philippe Rameaus. Und auch der Nachwuchs bekommt seine Bühne: Schülerinnen und Schüler der Musikschulen der Region Liberec beschäftigen sich mit Bibers Rosenkranzsonaten und bringen sie in einer Bearbeitung für Kinderorchester zur Aufführung.

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Die ganze Bandbreite weiblicher Perspektiven

Vor allem aber zeigt das Programm die ganze Bandbreite weiblicher Perspektiven, etwa mit der Organistin Katta oder der Zimbalspielerin Zuzana Lapčíková. Die Mezzosopranistin Bella Adamova widmet sich gemeinsam mit dem Pianisten Malte Schäfer in „An allem ist Eva schuld!“ unterschiedlichen Facetten weiblicher Lebenswelten mit Werken von Fauré, Britten, Rachmaninow und Schumann.

Dabei versteht Lípa Musica das Motto „Frau.“ ausdrücklich nicht als Abgrenzung: Auch Männer gehören ins Jubiläumsbild, als Interpreten und als musikalische Gegenüber. So erklingt in Prysk die Uraufführung von Lukáš Janatas „Přímluvy“ (Fürbitten) nach einem Libretto von Tomáš Cidlina. Das Werk verbindet Musik, Landschaft und Geschichte und beschäftigt sich unter anderem mit Exil, Glauben und Erinnerung. Statt einfach im Konzertsaal Platz zu nehmen, macht sich das Publikum zunächst gemeinsam auf den Weg zur Kirche.

Seit 25 Jahren verfolgt Lípa Musica die Idee, herausragende Musik nicht nur an den großen Kulturorten stattfinden zu lassen. Kirchen, Theater, historische Orte und Landschaften werden zu Begegnungsräumen, Musik zum Anlass, die eigene Umgebung neu zu entdecken. So ist das Festival längst selbst zu einem Teil dieser Kulturlandschaft geworden.

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