ID Festival 2018

Die nächste Generation auf der Bühne

In der Bundeshauptstadt werden sich beim ID Festival vom 12. bis 18. Oktober junge Talente ausprobieren und in mehreren Projekten israelisch-deutsche Erfahrungswelten ausgelotet

© Bureau Hoyer | Johanna Ruebel

Das ID Festival bringt den Nachwuchs auf die Bühne

Jeder heranwachsende Mensch aus jeder Epoche der Menschheitsgeschichte musste sich und wird sich der Frage stellen müssen: Wer bin ich eigentlich? Das israelisch-deutsche ID Festival in Berlin wird sich dieser Auseinandersetzung stellen, indem es seinem Motto entsprechend ein umfangreiches Programm mit Künstlern aus der „Next Generation“ zusammengestellt hat. Nachgespürt wird der Spannung zwischen dem Menschen und der Welt als zu gestaltende Realität. Damit thematisiert das ID Festival die jüdische Vorstellung des „Olam Haba“, der nächsten Welt – gemeint ist das Paradies oder die Zukunft im Diesseits. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ist die Selbstinszenierung des modernen Ich in der Social-Media-Welt, die einer tieferen Selbsterkenntnis oft im Weg steht.

Die Sehnsucht nach dem Wunderkind

Überdurchschnittlich gesteigerte Kreativität ließ uns schon immer staunen, trägt den Glorienschein des Besonderen, nicht Erklärbaren – der Hype um Wunderkinder wie Mozart scheint einer Sehnsucht nach menschlicher Vollkommenheit zu entspringen. Junge Genies verkörpern eine unbändige weltgestaltende Kraft. Kein Wunder also, dass das Talent der dreizehnjährigen Alma Deutscher Musikbegeisterte seit Jahren erstaunt, hat sie doch schon im Alter von nur sieben Jahren ihre erste Oper „Der Traumfeger“ geschrieben und sowohl ein Klavierkonzert als auch ein Violinkonzert komponiert, mit denen sie als Solistin brilliert.

Deutscher trifft Tschaikowsky

Beim ID Festival wird ihre Suite aus „Cinderella“, ihrer zweiten Oper, zusammen mit Tschaikowskys „Nussknacker“ gespielt. Für beide Werke hat David Simic eine neue Choreografie geschaffen, welche die Kinder Ballett Kompanie Berlin tanzen wird.

Das Märchen von Cinderella ist Alma Deutschers Vorlage entsprechend modernisiert – hier hat sie nicht einfach nur kleine Füße, sondern kann umwerfend gut tanzen.

Zeitgenössisches jüdisches Leben – ID Festival

Mit dabei ist auch die sechsundzwanzig Jahre junge Musicalsängerin Sophia Euskirchen, die 2017 im Tipi am Kanzleramt als Sally Bowles in „Cabaret“ debütierte. Sie wird gemeinsam mit dem gleichaltrigen Bariton Dennis Weißert das Programm „Sprich leise, wenn du Liebe sagst“ geben, das in einer musikalischen Lesung mit Hans-Jürgen Schatz ausgewählte Briefe und Lieder von Kurt Weill und Lotte Lenya vorstellt.

Die große Sängerin und Schauspielerin hat den Werken ihres jüdisch stämmigen Mannes, den sie gleich zwei Mal geheiratet hat, mit ihrem Engagement nach seinem frühen Tod einen Weg in die Zukunft geebnet und sie der nächsten Generation vermittelt.

Musik und mehr

Bei zahlreichen weiteren Veranstaltungen wie einer Wanderausstellung, einem Hörspiel-Serial oder dem Dokumentartheaterstück „The Land of Milk(y) and Honey“ wird im Rahmen des ID Festival zeitgenössisches deutsch-israelisches Leben in seiner Vielfältigkeit erfahrbar gemacht.

Hören Sie hier Alma Deutscher mit ihrem Violinkonzert

concerti-Tipp:

ID Festival
Israelisch-deutsches Festival
12.-18.10.2018
Alma Deutscher, Ohad Ben-Ari, Dennis Weißert, Sophia Euskirchen, David Simic, Kinder Ballett Kompanie Berlin
Radialsystem, English Theatre Berlin, WABE

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