14. Internationales Orgelimprovisationsfestival Berlin

Den flüchtigen Moment der Inspiration einfangen

Beim Orgelimprovisationsfestival in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sind solides Handwerk, Mut und Spontaneität gefragt

Orgel der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche © Katharina Dorn/publicon Verlagsgesellschaft mbH

Orgel der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Kein festgeschriebenes Programm, keine Partituren, nicht einmal eine zeitliche Begrenzung. Wenn die berühmte Gedächtniskirche an vier Konzertabenden internationale Organisten bei ihrem Orgelimprovisationsfestival begrüßt, werden die Besucher etwas hören, was man sonst nur aus dem Jazz kennt. Oder eben aus der Liturgie. Die hohe Kunst der Improvisation findet hier ein Refugium – und man wundert sich, was ein Könner wie Wolfgang Seifen aus der mit 63 Registern und über 5.000 Pfeifen bestückten Schuke-Orgel alles herausholen kann. Er ist künstlerischer Leiter des Festivals, gleichzeitig gestaltet er den ersten Abend.

„Mit dieser Orgel lassen sich nahezu alle Stile kopieren“

„Mit ihrer Disposition und den technischen Möglichkeiten verfügt die Orgel über ideale Voraussetzungen, nahezu alle Stile zu kopieren und auch den Personalstil eines Improvisators optimal darzustellen“, schwärmt er. „Sie bietet den Musikern vielfältige Möglichkeiten, Klänge nicht nur zu speichern, sondern auch neu zu kreieren.“ 
Als Professor für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der UdK Berlin, als Juror internationaler Wettbewerbe und begehrter Solist verfügt Seifen über weltweite Kontakte. Diesmal hat er Paul Goussot aus Bordeaux, Gerben Mourik aus Oudewater und Peter Planyavsky aus Wien eingeladen. „Ich freue mich auf alle Organisten gleichermaßen, gerade auch die der jüngeren Generation. Das Festival ist eine perfekte Gelegenheit zur Kontaktaufnahme und zur weiteren Zusammenarbeit.“ Und natürlich interessiert den umtriebigen Organisator, was die Kollegen mit „seiner“ Orgel anstellen. Seit 2004 ist er Titularorganist an der Gedächtnis-Kirche.

Im Workshop dem Solisten über die Schulter schauen

Am regen Austausch lässt er zudem andere Musiker, seine Studierenden und Improvisationsfans teilhaben: An drei Vormittagen können die Teilnehmer bei kostenlosen Workshops dem Solisten des jeweiligen Abends über die Schulter schauen. Nebenbei atmen sie die Atmosphäre des achteckigen Kirchenschiffs, das 1961 nach Entwürfen des Architekten Egon Eiermann fertiggestellt wurde. Moderne Schlichtheit und beredte Bruchstücke der Vergangenheit begegnen sich hier auf eindrucksvolle Weise.

Wolfgang Seifen, künstlerischer Leiter des 14. Internationalen Orgelimprovisationsfestival, beim Improvisieren:

concerti-Tipp:

14. Internationales Orgelimprovisationsfestival
Zeitraum: 21.-24. Mai 2018
Mit: Wolfgang Seifen, Paul Goussot, Gerben Mourik & Peter Planyavsky
Ort: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Berlin
Weitere Informationen finden Sie hier.

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