Vivo! Musikfestival 2018

Klassik mit Kaffee und Croissant – Franz Schubert lädt zum Frühstück

Im lockeren Club-Ambiente der Halle 424 in der Hamburger HafenCity macht das Vivo! Musikfestival auch jungen Zuhörern die Klassik schmackhaft.

Hellen Weiß © Nancy Horowitz

Hellen Weiß

Klassik ist genauso spannend wie alle anderen populären Musikformen. Artist Director und Violinistin Hellen Weiß beweist dies mit ihrem neuen Format, dem Vivo! Musikfestival Hamburg nun bereits im zweiten Jahr. „Für mich ist es das Schönste, gemeinsam mit Freunden Kammermusik zu machen. Wir reisten zu Festivals und stellten fest, dass die Zuhörer zumeist deutlich älter sind als wir Musiker. Da dachte ich, es wäre schön, wenn im Publikum auch viel häufiger meine Generation vertreten ist“, so Weiß. Doch was dagegen tun, wenn sich die Jugend im Konzertsaal oft nicht wohlfühlt?

Halle in Blau- und Lila-Tönen

Die Macher des Vivo! Musikfestival hatten Glück: sie fanden die Halle 424 in der Hafencity, ein modernes Ambiente inmitten eines wachsenden, aktiven Stadtteils. Innen bricht die Halle mit alten Konzertsaal-Konventionen: Die Beleuchtung weicht vom üblichen Spot auf die Künstler ab, stattdessen dominieren indirekte Blau- und Lila-Töne. Dazu gibt es eine Bar und die Besucher können sich Getränke holen. Außerdem sind die Sitze nicht, wie sonst üblich im Konzertsaal, in Reihen aufgestellt, sondern jeder hat die Möglichkeit, sich auf ein Sofa zurückzuziehen. „Solche Dinge zählen für ein junges Publikum in einer Großstadt wie Hamburg. Wir haben letztes Jahr mit der ‚Vivo! Music Lounge‘ begonnen und waren selbst überrascht, wie gut alles angekommen ist. Schon aufgrund unserer Werbung bekamen wir sehr positives Feedback.“

Konzertsaal im Oberhafenquartier/Halle 424

Konzertsaal im Oberhafenquartier/Halle 424 © Oberhafenquartier

So lief nicht nur der Kartenverkauf bereits beim ersten Mal sehr gut, es gab auch eine Kooperation mit „Rhapsody in School“. Das Vivo!-Team ist also hoch motiviert und freut sich auf 2018. Den Organisatoren ist es sehr wichtig, dass jedes Konzert ein eigenes Format, ein Extra besitzt. Eines der diesjährigen Konzerte trägt den vielversprechenden Titel „Frühstück mit Franz Schubert“. Hier kann Schubert am 1. Dezember um 11 Uhr morgens zu Kaffee und Croissants gehört werden. Der „Tatort“-Schauspieler Gerd Wameling liest dazwischen Texte von und über den Komponisten und so bekommen auch die Liebhaber der Krimi-Reihe einen Anreiz für den Konzertbesuch.

Musik bis spät in die Nacht beim Vivo! Musikfestival

Am Abend zuvor wird in der Halle 424 ein Liederabend mit der Mezzosopranistin Sarah Ferede gegeben. Das „Extra“ hier: Es handelt sich nicht nur um einen reinen Liederabend; die Zuhörer haben darüber hinaus Gelegenheit, die Werke von Schumann, Spohr, Debussy und Wagner mit der Begleitung von Geigerin Hellen Weiß und Pianist Nikolai Petersen zu genießen. Am Freitag, den 2. Dezember, schließt sich mit der „Vivo! Music Lounge“ noch ein Highlight an. Das Motto lautet „Musik bis spät in die Nacht“. Auf die Bühne kommen Kompositionen von Beethoven, Bridge, Strauss und anderen.

„Nach dem Kammermusik-Programm sind musikalische Bonbons in Form kurzer, virtuoser Zugaben-Stücke geplant. Solch ein längerer Abend bietet Gelegenheit, dass sich die Zuhörer ihr Getränk holen, aufs Sofa setzen und entspannen können.“ Wichtig ist allen Beteiligten: Selbst wenn der Konzertsaal und die Atmosphäre legerer gestaltet werden: der hohe Standard bei der Aufführung klassischer Werke bleibt kompromisslos erhalten.

2017 wurde beim Vivo! Musikfestival das Klavierquartett Nr. 3 op. 60 von Brahms gespielt:

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