Woher kommt Ihr Interesse für Klassik?
Katrin Weisser: Meine Eltern und ich sind oft in Konzerte gegangen, zudem hatte ich klassischen Ballettunterricht, und zuhause lief viel Musik. Mein Vater liebte Rossini-Opern. Auch Chopin begeistert mich seit Kindertagen. Während des Schauspielstudiums habe ich eine Pianistin kennengelernt, die offen dafür war, ihren geplanten Chopin-Abend mit einer Lesung zu verbinden. Seitdem gestalte ich regelmäßig Programme, in denen beide Aspekte wichtig sind. Ich finde die Verbindung von Sprache und klassischer Musik unglaublich berührend. Musik beeinflusst meine Sprache, meine Gefühle und meine Art des Erzählens auf der Bühne. Die Musik kann oft das ausdrücken, was unsere Worte versagen. Seitdem ich mit einem Opernsänger verheiratet bin, hat sich mein Interesse für das Musiktheater natürlich noch intensiviert.
Sie haben Clara Schumann und Alma Mahler verkörpert. Was lernen Sie aus der Beschäftigung mit Ihnen?
Weisser: Ich interessiere mich grundsätzlich für starke Frauenfiguren. Bei diesen beiden beeindruckt mich besonders ihre Konsequenz und Kreativität. Clara Schumann musste so viele Hürden überwinden und hat so viel Großartiges geleistet. Sie haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, an den eigenen Visionen festzuhalten, weiter zu lernen und hungrig zu bleiben.
Haben Sie eine Lieblingsoper?
Weisser: Ich liebe „La Bohème“ und „Tosca“! Überhaupt bin ich ein großer Puccini-Fan. Kürzlich habe ich George Benjamins „Written on Skin“ erlebt, das hat mich regelrecht umgehauen. Trotzdem: Sich zurückzulehnen und einfach Puccini zu genießen, das ist für mich immer noch etwas Besonderes.





