Startseite » Konzert » Von Brahms’ Keimzellen zu Schostakowitschs Abgründen

Manfred Honeck und das Pittsburgh Symphony Orchestra auf Europatournee

Von Brahms’ Keimzellen zu Schostakowitschs Abgründen

Manfred Honeck und das Pittsburgh Symphony Orchestra gehen mit Alexandre Kantorow, Augustin Hadelich und Anne-Sophie Mutter auf große Europatournee. Eine wichtige Station: die Saisoneröffnung der Elbphilharmonie.

vonPatrick Erb,

Die Werke von Johannes Brahms gehören zu Alexandre Kantorows musikalischen Leibspeisen. Besonders das zweite Klavierkonzert zählt zu den prägenden Einflüssen der Kindheit des französischen Pianisten. Das Werk, so Kantorow, beruhe auf wenigen Keimzellen, die Brahms fortwährend wiederhole und transformiere – vergleichbar mit den Wurzeln eines Baumes, aus denen sich ein gewaltiges Geflecht von Ästen und Blättern entfaltet. In Hamburg ist der Pianist nun allerdings mit Brahms’ erstem Klavierkonzert zu erleben: An der Seite von Manfred Honeck und dem Pittsburgh Symphony Orchestra eröffnet er die zehnte Saison der Elbphilharmonie. Das US-amerikanische Ensemble, das zur Spitzenklasse des Landes zählt, gibt damit den Auftakt zu einer aufsehenerregenden Jubiläumsspielzeit und einem in dieser Form einmaligen USA-Schwerpunkt, für den sieben renommierte US-Orchester der Hansestadt ihre Aufwartung machen.

Honeck, seit 2008 Musikdirektor in Pittsburgh, schätzt an seinem Klangkörper vor allem dessen Präzision sowie die ausgeprägte Liebe zu Expressivität und Wärme. So vermag das Orchester leicht und elegant zu musizieren, ebenso entschieden zuzupacken wie mit großer Affektdichte zu agieren. Der in die Tiefe reichende Klang rückt Pittsburgh deutlich in die Nähe europäischer Klangtraditionen – und erweist sich als wirkungsvolles Gestaltungsmittel für Schostakowitschs fünfte Sinfonie, den zweiten Schwerpunkt des Abends. Das 1937 entstandene Werk wird dem „Sozialistischen Realismus“ zugerechnet und changiert wie kaum ein anderes zwischen triumphaler Geste und absoluter Resignation. Ein Werk voller innerer Spannungen, das bis heute seine verstörende Kraft bewahrt. Der Termin in Hamburg ist Teil einer großen Tournee, die das Pittsburgh Symphony Orchestra und Manfred Honeck neben Meran, Salzburg, Wien und Luzern auch nach Köln und Essen führt – neben Alexandre Kantorow auch mit den Violinisten Anne-Sophie Mutter und Augustin Hadelich.

Termine

Auch interessant

Rezensionen

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!