Im späten 16. Jahrhundert fanden Dichter, Musiker, Philosophen und Gelehrte im Kreis der Florentiner Camerata zusammen, um das antike griechische Drama wiederzubeleben. Unter der Annahme, dass in den alten Amphitheatern überwiegend gesungen wurde, das Muster für diesen Gesang aber von der Sprache vorgegeben wurde, setzte die Camerata sich das Ziel, einen neuen Gesangsstil zu entwickeln. Vor allem sollte der Text gut verständlich sein, weshalb er nur noch von einem einzelnen Sänger vorgetragen und sparsam instrumental begleitet werden sollte. Dieser Sänger wiederum sollte beim Zuhörer starke Affekte hervorrufen. Dies war die Geburtsstunde des Rezitativs, aus dem das Genre der Oper hervorging. Komponist Giulio Caccini war ein wichtiger Vertreter der Florentiner Camerata. Seine Werke finden sich auch in der berühmten Arien- und Liedersammlung „Arie antiche“ aus dem Jahr 1885 wieder, mit der Mezzosopranistin Sigrid Wiedemann in der Kirche am Immanuel Krankenhaus Wannsee das alte Italien zum Klingen bringt.
Schloss Glienecke: Ariennachmittag mit Sigrid Wiedemann
Wer hat’s erfunden?
Mit Werken von Giulio Caccini bringt Sigrid Wiedemann das alte Italien in die Baptistenkirche Wannsee in Berlin.
© Malina Ebert
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