Deutschlandradio Kultur

Arturo Toscanini zum 150. Geburtstag

Genialer Geist, schwieriger Charakter – der cholerische Arturo Toscanini gilt für viele bis heute als bester Dirigent aller Zeiten. Bettina Brand widmet ihm anlässlich seines 150. Ehrentags eine eigene Sendung

© Sony Music Archives

Arturo Toscanini

Arturo Toscanini

Tick. Tack. Tick. Tack – „mit der Präzision eines Metronoms“ habe Arturo Toscanini seinen Taktstock geschwungen. Seine Wutausbrüche waren dabei genauso legendär wie sein ausdruckstarkes Dirigat, mit dem er so manchem Sänger auf der Bühne den Rang ablief.

Seine Karriere begann der 1876 in Parma geborene Künstler als Cellist – erst sein Einsprung während einer Brasilien-Tournee für die Aufführung der „Aida“ ebnete ihm den Weg zum populären Dirigenten. Große Namen wie Gustav Mahler, Arthur Nikisch, Hans Knappertsbusch, Richard Strauss und Wilhem Furtwängler gehörten zu seinen Zeitgenossen, Verdi und Puccini kannte der nur 1,60 Meter große Italiener sogar persönlich und leitete hier die Uraufführungen der beiden Puccini-Opern „La Bohème“ und „Turandot“. Legendär bis heute ist seine Verweigerung des Dirigats des Finales der Turandot-Oper.

Vergöttert und geliebt. Gefürchtet und umstritten.

© Sony Masterworks Archives

Arturo Toscanini

Arturo Toscanini

Zerbrochene Taktstöcke, Wutausbrüche und Flüche, die von der Bühne bis in die Garderoberäume hallten, zertretene Taschenuhren und demoliertes Interieur – die weniger erfreulichen Seiten des Toscanini gehörten ebenso zu seinem Genie wie sein fotografisches Gedächtnis, mit dem er jede Partitur aus dem Kopf dirigierte, wie auch seine Ehrerbietung für ein gelungenes Solo, das er während eines Konzertes mit Beifall bedachte.

Zweifelsohne, dieser Mann besaß Courage. Dass „Angst“ für den genialen Choleriker ein Fremdwort war, stellte er auch während der Zeit des Nazi-Regimes entschlossen unter Beweis: So übernahm er 1936 etwa die musikalische Leitung für das erste Konzert des neu gegründeten Palestine Orchestra.

Sein Wirken kennt keine Grenzen

Toscanini war nicht nur in Europa tätig, sondern auch in den USA. Zu seinen wichtigsten Stationen gehörten Auftritte an der Mailänder Scala sowie Konzerte an der Metropolitan Opera in New York, nicht zu vergessen das 1937 eigens für ihn gegründete NBC Symphony Orchestra.

Zum 150. Geburtstag am 25. März steht der geniale Geist und zugleich schwierige Charakter am Sonntag, den 26. März 2017, auf dem Programm von Bettina Brand im Deutschlandradio Kultur.

concerti-Tipp:

Deutschlandradio Kultur
Sonntag, 26. März 2017, 22 Uhr

Mit der Präzision eines Metronoms
Zum 150. Geburtstag des Dirigenten Arturo Toscanini
Musikfeuilleton von Bettina Brand

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