TV-Tipp: Verdis „Don Carlos“ auf arte

Starbesetzte Saisoneröffnung in Paris

Heute Abend überträgt arte um 20:15 Uhr die Aufführung von Verdis „Don Carlos“ live aus der Bastille-Oper in Paris

© Paul Schirnhofer/DG

Elīna Garanča

Elīna Garanča

Pünktlich zum Kulturherbst wartet die Bastille-Oper mit schweren musikalischen Geschützen in Paris auf. Denn als sich am 10. Oktober der Vorhang erstmals in der Spielzeit für die Oper „Don Carlos“ von Giuseppe Verdi hob, tummelten sich auf der Bühne die Opernstars. Ob nun Jonas Kaufmann, Sonya Yoncheva, Ludovic Tézier, Elīna Garanča oder auch Ildar Abdrazakov – sie alle sind Teil des Bühnenspektakels von Krzysztof Warlikowski, das der deutsch-französische Fernsehsender arte heute um 20:15 Uhr live überträgt.

Bastille-Oper setzt auf französisches Original

Opernstars sind zwar schon einmal ein guter Anfang, machen aber per se keine Sensation im weltweiten Opernbetrieb aus. Deswegen wartet die Bastille-Oper mit einer noch spektakuläreren Besonderheit auf: Bei seiner „Don Carlos“-Inszenierung hält sich Warlikowski an das ursprüngliche französische Original – und verzichtet somit auf die Ballettszenen. Diese Fassung der Verdi-Oper war seit über zwanzig Jahren in Paris nicht mehr zu sehen. Zuletzt hatte sie Luc Bondy 1996 im Théâtre du Châtelet auf die Bühne gebracht.

Intime Gefühle im imaginären Fresko

Krzysztof Warlikowski verschlankt die Tragödie auf das Wesentliche und lässt Raum für intime Gefühle inmitten eines imaginären Freskos, das letztlich näher an der Wahrheit ist als die Geschichtsschreibung. Mit Philippe Jordan am Dirigentenpult der Pariser Bastille-Oper entdeckt das Publikum dieses große Stück des Musiktheaters in fünf Akten in seiner allerersten Fassung, deren französische Textvorlage Verdi für die Uraufführung im Jahr 1867 selbst bearbeitete.

Ausschnitt aus der legendären „Don Carlos“-Inszenierung von Luc Bondy:

concerti-Tipp:

„Don Carlos“ von Guiseppe Verdi
Do. 19.10., 20:15 Uhr
Mitwirkende: Jonas Kaufmann, Sonya Yoncheva, Ludovic Tézier, Elīna Garanča, Ildar Abdrazakov, Philippe Jordan (Leitung) u.a.
arte

Termine

Mittwoch, 15.01.2020 19:30 Uhr Großes Festspielhaus Salzburg

Wiener Symphoniker, Philippe Jordan

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5 Antworten zu “Starbesetzte Saisoneröffnung in Paris”

  1. Michael Füting sagt:

    Tja, man braucht schon 2 Akte lang, bis man in der Sache und den Figuren, wie Warlikowski sie will, drin ist. Dann aber läuft es ganz gut. W’s. Sicht: das sind alle
    ziemlich böse Leute, sogar die Guten. Er brutalisiert das Stück. Und Dirigent Jordan hilft ihm dabei. So knochenhart hat man das alles noch nicht gehört. Das
    ist aber als Kompliment, nicht als Kritik gemeint.
    Aber 1996 gab es in Paris schon einmal einen DON CARLOS in der französischen Fassung mit durchweg besseren Sängerdarstellern, in einer weit tiefer gehenden Regie und mehr Mitgefühl mit den Figuren. Verdi hat da ein extrem trauriges Stück komponiert. Man höre einfach auf die Musik…

  2. P.Z. sagt:

    Göttliche Stimmen! Es war eine Offenbarung des schönen Gesangs!
    Glänzend Elina Garanca!

  3. Krol Mechthild sagt:

    Die Aufführung war eine Extraklasse, vorwiegend wegen der ausnahmslos hervorragenden Sänger! Die Bühnenausstattung sowie die Kleidung, die nicht der Zeit, in der das Stück spielt,entspricht, störte aber den Gesamteindruck.Das fand ich sehr schade, ist aber unter den heutigen Regisseuren leider schon fast zur Gewohnheit geworden.Gänzlich unpassend, ja sogar abstoßend fand ich die Zigaretten,, die weder zu einem Sportler (Fechter) gehören, noch einem Sänger guttun.Wozu also?Wir sind nicht in der Oper Carmen ! Musikalisch jedenfalls war die Aufführung ein ganz besonderes Erlebnis!

  4. Klaus Kirchberger sagt:

    haben gestern der Aufführung von Don Carlos beigewohnt und können nur bestätigen, dass diese eine EXTRA Klasse war. Es war ein Erlebnis !!!!!
    Klaus K.

    • Christel Kaspar sagt:

      Die Stimmen waren sehr schön, aber die Sänger nur nach Stimme zu besetzen wird der Oper nicht gerecht. Vater und Sohn sahen gleich alt aus, und generell ließ das schauspielerische doch sehr zu wünschen übrig, z.B. Elisabeth kam nie richtig aus der hochmütigen Gestik heraus., Generell hatte ich den Eindruck die Sänger agieren alle am anderen vorbei. Dagegen die Opernaufführung vom August 2013 in Salzburg. Hier verband sich Stimme und Schauspiel zu wirklich großartigem Miteinander.

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