TV-Tipp: Cellist Daniel Müller-Schott auf BR

Elgar und Spraydose

Heute zeigt der BR um 10:15 Uhr eine Dokumentation über den Cellisten Daniel Müller-Schott

© Uwe Arens

Daniel Müller-Schott

Daniel Müller-Schott

Man möchte meinen, dass eine Dokumentation über einen Musiker üblicherweise im Konzertsaal enden sollte. Bei „Elgar und Spraydose“ – so der Titel des Porträts über den Cellisten Daniel Müller-Schott – ist das aber nicht der Fall. Wer über den gebürtigen Münchner einen Film dreht, kommt um seine zweite Leidenschaft nicht herum: die Kunst – Graffiti im Speziellen. Denn der Cellist hat sich als Jugendlicher bewusst gegen die Spraydose und für die Musik entschieden. Was aber nicht heißt, dass er der Streetart komplett abgeschworen hätte. Er schaut sich Graffiti nach wie vor gerne an – und greift am Ende der Dreharbeiten zur Doku sogar selbst wieder zur Can, um „Elgar 4ever!“ an einen Bauzaun am Münchner Ostbahnhof zu sprayen.

Müller-Schott und Elgar

Ein passendes Ende für den Film, spielt doch auch Edward Elgars berühmtes Cellokonzert eine nicht unwesentliche Rolle in der Dokumentation, die Daniel Müller-Schott in die Niederlande begleitet, wo er zusammen mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra unter der Leitung des britischen Dirigenten Sir Mark Elder genau dieses Meisterwerk der Spätromantik spielt. Für ihn gilt Edward Elgars Cellokonzert als das letzte große Werk des Komponisten, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur von Richard Strauss als „erster englischer Moderner“ gehandelt wurde. Nostalgie und Abschiedsschmerz, aber auch ein kämpferischer Gestus durchziehen Elgars Konzert, dessen zentrales Thema Daniel Müller-Schott im Geiste Schumanns begreift und in all seiner Vielschichtigkeit zum Klingen bringt.

Und immer wieder Graffiti

Neben dieser Konzertaufzeichnung begleiten die Autorin Dorothee Binding und der Regisseur Benedict Mirow den Musiker unter anderem zu einer Kunst-Aktion des Münchner Lenbachhauses, wo er nicht nur eine Sonate von Johann Sebastian Bach spielt, sondern auch zusammen mit dem Streetart-Künstler Daniel Mann einen Pavillon mit Graffiti verziert.

Zwischen Kunst und Musik lernt man so den Menschen Müller-Schott ein wenig besser kennen und hat die Möglichkeit, in seine Welt einzutauchen, die zwar vorwiegend, aber eben nicht nur aus seinem Cello besteht.

Daniel Müller-Schott spielt Elgar:

concerti-Tipp:

Elgar und Spraydose
So. 5.11., 10:15 Uhr
BR

Termine

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