Radio-Tipp: Opernkonzert „Sempre libera“ auf NDR Kultur

Giuseppe Verdis berühmte Heroinen

Heute Abend geht Susanne Lange um 20 Uhr auf NDR Kultur der Frage nach, inwiefern Verdis langjährige Beziehung mit der Primadonna Giuseppina Strepponi den Komponisten zu seinen bewegenden Frauenporträts auf der Opernbühne bewegte

© Wikimedia Commons

Giuseppe Verdi

Ob es Liebe auf den ersten Blick war, als sich Giuseppe Verdi und Giuseppina Strepponi im Dezember 1841 erstmals begegneten, dürfte fraglich sein. Damals stand alles im Zeichen der Uraufführung von „Nabucco“. Wahrscheinlich ist aber, dass die stürmische Liebesbeziehung zwei Jahre später begann, als „La Strepponi“ als Abigail in „Nabucco“ in Parma und Bologna Triumphe feierte – und von Verdi, der die Aufführung in Parma zum Teil dirigierte, schließlich nach Bologna begleitet wurde. Seine „offizielle“ Lebensgefährtin wurde sie letztlich aber erst im Juni 1947.

Giuseppina Strepponi, die zu den großen Primadonnen ihrer Zeit gehörte, obwohl sie schon früh mit Stimmproblemen zu kämpfen hatte, war eine starke und unabhängige Frau: Bevor sie Verdi kennenlernte machte sie nicht nur auf der Opernbühne von sich reden, sondern auch mit ihrem Privatleben. Es sind zahlreiche Affären belegt, denen drei Kinder entsprangen. Verdi hingegen blieb Strepponi treu. Zudem hatte sie großen künstlerischen Einfluss auf den Komponisten. So übersetzte sie die literarischen Vorlagen von „Il trovatore“, „Simon Boccanegra“ und „Aida“ und begleitete beratend den Entstehungsprozess der Opern.

Giuseppina Strepponi als Rollenvorbild bei Giuseppe Verdi

Kein Wunder also, dass Strepponi dank ihres künstlerischen Einflusses auf Verdi auch die Frauenfiguren in seinen Opern mitprägte. Allen voran muss vor allem „La traviata“ genannt werden, die Verdi in Busseto komponierte. Die Bewohner des Ortes zerrissen sich die Mäuler über Verdis Liaison mit Strepponi – für den Komponisten Grund genug, um in seiner Oper die verlogene Doppelmoral der Italiener zu kritisieren und vorzuführen, indem er Partei für seine Violetta ergriff. Damals ein unerhörter Vorgang.

Doch damit nicht genug: Mit Giuseppina Strepponi als starker Frau an seiner Seite, die er übrigens am 29. August 1859 nach vielen Jahren in wilder Ehe heiratete, schuf Verdi mit Desdemona, Luisa Miller, Leonora oder auch Elisabetta und Gilda und vor allem seiner Lady Macbeth bedeutende Sopranrollen, die ihresgleichen suchten.

Ob es diese faszinierenden weiblichen Figuren auch ohne den Einfluss von Giuseppina Strepponi gegeben hätte? Dieser Frage geht heute Abend Sabine Lange um 20 Uhr auf NDR Kultur mit zahlreichen Hörbeispielen nach.

Maria Callas singt Giuseppe Verdi:

concerti-Tipp:

„Sempre libera“ – Giuseppe Verdis berühmte Heroinen
Do. 2.1., 20 Uhr
NDR Kultur

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