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TV-Tipp 3Sat 1.8.: „Rienzi“ von den Bayreuther Festspielen

Das späte Debüt

Zum 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele erlebt Wagners „Rienzi“ seine späte Erstaufführung auf dem grünen Hügel. 3sat zeigt eine Aufzeichnung des geschichtsträchtigen Ereignisses.

vonPatrick Erb,

Mit der Bayreuther Erstaufführung zum 150-jährigen Jubiläum und der gleichzeitigen Versicherung, „Rienzi“ werde auch künftig nicht in den Kanon aufgenommen, hat Festspielintendantin Katharina Wagner der diesjährigen Ausgabe ein besonderes Ereignis beschert. Die Möglichkeiten, das Spektakel live zu erleben, waren dementsprechend rar gesät. Für alle anderen bringt 3sat die langersehnte, geschichtsträchtige Produktion vom Grünen Hügel nun ins Fernsehen. Die Titelrolle singt der führende Siegfried-Interpret Andreas Schager; mit Gabriela Scherer als Irene, Jennifer Holloway als Adriano und Michael Nagy sind auch die weiteren Partien der Choroper prominent besetzt.

Zu Richard Wagners Lebzeiten sein größter Erfolg, lässt „Rienzi“ bereits einige Lieblingstopoi des Komponisten erkennen. Die Handlung schildert Aufstieg und Fall des historisch verbürgten römischen Volkstribunen Cola Rienzi, dessen Ideale von Freiheit und Recht schließlich an Machtstreben und Selbstüberschätzung zerbrechen. Zwischen französischer Grand Opéra und Musikdrama angesiedelt, stellt das selten gespielte Frühwerk zeitlose Fragen nach politischer Verführung, Verantwortung und der Macht der Masse.

In modernem Gewand

Dem Regieduo Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka gelingt es, weder allzu explizit auf zeitgenössische Vorbilder zu verweisen noch sich anklagend in der belasteten Historie des Werks als „Lieblingsoper Hitlers“ zu verlieren. Stattdessen richtet es den Blick analytisch auf die Funktion der maßgeblichen Akteure und hinter deren Fassaden. Witz beweist das Duo indes in der Ballettszene: Als Zuschauer erlebt Rienzi einen rasanten Streifzug durch die späteren Wagner-Opern bis hinein in den allgemeinen Bayreuther Festspieltrubel.

Glanzstück der Produktion ist schließlich die musikalische Deutung, wie unser Opernkritiker Peter Krause findet: Nathalie Stutzmann glättet die unterschiedlichen Einflüsse in Wagners Frühwerk nicht, sondern entfaltet dessen Vielfalt mit großer Klarheit und feinem Gespür für die Bayreuther Akustik. Sensibel ausgehörte Pianissimi stehen dabei neben packender dramatischer Wucht. Auch das anspruchsvolle Sängerensemble überzeugt: Andreas Schager mit nahezu unerschöpflicher tenoraler Kraft, Gabriela Scherer mit warmem Sopranglühen und Jennifer Holloway als furios auftrumpfender Adriano. Lesen Sie die ganze Kritik hier.

TV-Tipp:

Bayreuther Festspiele
Wagner: Rienzi
Sa. 1.8.2026, 20:15 Uhr
3sat

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