Opernguide Opernhaus Nürnberg – Die Walküre

Wagners Walküre

Wagners Vision eines „vaterländischen Belcanto“ in einer bewegenden Charakterstudie

© Ludwig Olah

Vincent Wolfsteiner (Loge), Antonio Yang (Alberich), Hans Kittelmann (Mime)

Zwischen Boulevardkomödie und blutigem Ernst balancierte Ring-Regisseur Georg Schmiedleitner das Rheingold theaterprall und in präziser Personenregie packend aus. Kammermusikalisch pathosreduziert, mit Boulez-Nüchternheit, hoher Differenzierung und feiner Lyrik musizierte Generalmusikdirektor Marcus Bosch mit seiner Staatsphilharmonie Nürnberg das Wagner-Werk. Ein doppelt starkes Versprechen. Jetzt lassen die beiden Künstler Die Walküre folgen. Und können dabei mit einem verheißungsvollen Debütanten aufwarten. Antonio Yang singt erstmals den Wotan. Der koreanische Bariton war im auf DVD verewigten Lübecker Ring des Dream-Treams Pilavachi und Brogli-Sacher bereits ein überwältigender Alberich, kein keifend konsonantenspuckender Oberzwerg, sondern ein Sängerdarsteller, der Wagners Vision eines „vaterländischen Belcanto“ in einer bewegenden Charakterstudie in die Tat umsetzte. Nach seinem Wechsel ins Nürnberger Ensemble wagt Yang nun also den Aufstieg vom Licht- zum Schwarzalben. Und unweit vom schwächelnden Bayreuth wird entschieden demonstriert, wie Wagner geht.

Staatstheater Nürnberg

Wagner: Die Walküre

Ausführende: Marcus Bosch (Leitung), Georg Schmiedleitner (Inszenierung)

Termine: 12. & 20.4., 4., 25. & 29.5., 19. & 29.6

Weitere Termine des Staatstheaters Nürnberg finden Sie hier.

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