Kurz vor der Pandemie entdeckten Jeanine De Bique und Terry Wey die Seelenverwandtschaft ihrer Stimmen – eine Einschätzung, die sich hier auf schönste Weise bestätigt. Das Kammerorchester Basel fungiert dabei keineswegs nur als begleitender Klangkörper, sondern beweist eine ebenso schmiegsame wie energetische Kenntnis aller Ausdrucksnuancen des 18. Jahrhunderts. Dabei geht es um weit mehr als um sängerische Paradedisziplinen, Publikumsbetörung oder atemberaubende Effekte. Man begab sich ganz bewusst auf die Suche nach den wahren ästhetischen Idealen dieser Epoche – und diese weichen erfreulich weit von dem ab, was man dem Spätbarock oft an Veräußerlichung und formaler Starre nachsagt.
Der Komponist und Gesangslehrer Pier Francesco Tosi formulierte einst eine Ästhetik des Gesangs, in der er eine tiefe psychische Identifikation mit den dargestellten Figuren sowie die Suche nach dem exakten Ausdruckswert ihrer Emotionen forderte. Genau das beherzigen Jeanine De Bique mit ihrem eloquenten Sopran und Terry Wey mit seiner klaren, emotionsstarken Countertenor-Stimme. Neben Meisterwerken von Händel erklingen hier Weltersteinspielungen von Hasse, Albinoni und Porpora – exquisites Edelmaterial in jedem Track.
Addio Amore
Werke von Händel, Hasse, Porpora, Torelli, Albinoni & Giacomelli
Jeanine De Bique (Sopran), Terry Wey (Countertenor), Kammerorchester Basel
Pentatone




