Die Quellenlage zeigt: Zu Beethovens Zeit verdoppelten die Orchester, vor allem in großen Sälen, ihre Stärke – und zwar in den Tutti-Stellen, um die Kontrastwirkung zu erhöhen. Aufgrund dieser Erkenntnisse hat Laurence Equilbey zwei Orchester zusammengebracht: das Insula Orchestra und die Insula Camerata. Auf dem Programm stehen die Sinfonien Nr. 5 und 7. Vorausgegangen ist der Aufnahme eine umfangreiche Suche nach geeigneten Instrumentalisten, um das Projekt „Beethoven extended“ anzugehen. Wer nun aufgrund der Besetzungsgröße ein wuchtig-dichtes Klangbild erwartet, muss schnell zurückrudern. Equilbeys Anspruch ist, kammermusikalische Plastizität und Tutti-Wucht gleichermaßen abzubilden. Transparenz bleibt eine wichtige Maxime. Die Tempi kommen ohne Extreme aus. So entsteht ein insgesamt spannender Ansatz, der jedoch – vor allem in der Siebten – interpretatorisch noch etwas mehr „Brio“ hätte vertragen können.
Beethoven Extended
Beethoven: Sinfonien Nr. 5 c-Moll op. 67 & Nr. 7 A-Dur op. 92
Insula Orchestra, Insula Camerata, Laurence Equilbey (Leitung)
harmonia mundi



