Auf die Vierte folgt – die Dritte. Pablo Heras-Casado und Anima Eterna Brugge widmen sich erneut Anton Bruckner. Die neue Aufnahme arbeitet die kantigen Seiten der Musik konsequent heraus, wobei kraftvolles Fortissimo stets mit einer guten Balance des gesamten Orchesterapparates einhergeht. Besonders in den großen Steigerungen und den abrupten Umschaltmomenten der blockartigen Themen überzeugt die Einspielung. Den von Bruckner mit „feierlich“ überschriebenen langsamen Satz deutet das belgische Orchester mit Umsicht. Das klingt nie weihevoll, vielmehr natürlich und an einigen Stellen wie ein innerliches Bekenntnis. Der historisierende Ansatz führt insgesamt zu einem Mehr an Transparenz, ohne deshalb nüchtern oder gläsern zu wirken. Das zeigt sich etwa im stürmischen Scherzo, während uns das Finale einen Anton Bruckner zeigt, der seine sinfonische Sprache endgültig gefunden hat. Sollte aus den bisher erschienenen zwei Aufnahmen tatsächlich ein vollständiger Zyklus werden, darf man dessen Fortsetzung mit großer Spannung erwarten.
Bruckner: Sinfonie Nr. 3 d-Moll
Anima Eterna Brugge, Pablo Heras-Casado (Leitung)
harmonia mundi







