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Spielzeiteinladung Sinfonieorchester Basel

Zwischen Tradition und Zukunft: Das Sinfonieorchester Basel als Klangkörper der Gegenwart

Franziskus Theurillat, Orchesterdirektor des Sinfonieorchesters Basel, stellt die kommende Spielzeit 2026/27 vor.

Franziskus Theurillat

Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde,

wie positioniert sich ein Sinfonieorchester im 21. Jahrhundert? Indem es seine Tradition nicht verwaltet, sondern als Ausgangspunkt für Neues versteht. Das Sinfonieorchester Basel zeigt in der Saison 2026/27, wie ein traditionsreicher Klangkörper heute zugleich international, experimentierfreudig und gesellschaftlich relevant agieren kann.

Unter Chefdirigent Markus Poschner entsteht ein Profil, das Repertoirepflege, zeitgenössisches Schaffen, internationale Vernetzung und neue Formen der Vermittlung selbstverständlich zusammendenkt. Darüber hinaus ist das Programm getragen von experimentellen Visionen und Klangerfahrungen in zahlreichen Uraufführungen und einer Schweizer Erstaufführung. Ein erneuter Treffpunkt der Exzellenz ist die Basler Saison mit Gastauftritten von international Solistinnen und Solisten sowie Dirigentinnen und Dirigenten

Der bis 2030 angelegte Basler Mahler-Zyklus steht weiterhin im Zentrum und wird mit der 5. Sinfonie zum Saisonauftakt im September und mit der 1. Sinfonie im Februar 2027 fortgesetzt. Warum gerade Mahler, und warum jetzt?

Markus Poschner dirigiert Mahlers Auferstehungssinfonie.
Markus Poschner dirigiert Mahlers Auferstehungssinfonie.

Markus Poschner sagt: „Mahlers Musik gibt Halt, sucht nach Werten in einer bedrohten Welt. Seine Musik symbolisiert den ewigen Kampf gegen die Dunkelheit und gibt den Menschen das Gefühl für Sinn und Gerechtigkeit zurück. Das ist der Grund, warum wir uns gerade heute durch seine Musik so verstanden fühlen.“ Gustav Mahlers Musik verbindet existenzielle Fragen mit orchestraler Grenzerfahrung und schafft damit den Ausgangspunkt für Programme, in denen Bekanntes neu gehört werden kann.

Live-Aufnahmen dokumentieren den Zyklus auch diskografisch; mit Mahlers 2. Sinfonie ist bereits die erste Veröffentlichung bei Prospero Classical erschienen und mit dem Supersonic Award ausgezeichnet worden. Die 3. Sinfonie erscheint noch vor Weihnachten.

Mit der neu initiierten Reihe „Bonus Tracks“ unterstreicht das Orchester sein Selbstverständnis als Klangkörper der Gegenwart und setzt mit mehreren Uraufführungen und einer Schweizer Erstaufführung gezielte Akzente in der Sinfonik des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Dialog mit dem jeweiligen Konzertprogramm stehen die kurzen, konzentrierten Interventionen von Helena Winkelman, Anna Sowa und Geoffrey Gordon. Über die Reihe hinaus erlebt Gordons Klarinettenkonzert „Icarus“ im Februar 2027 in Basel seine Uraufführung und als Schweizer Erstaufführung ist im Juni 2027 das Konzert für Saxophonquartett und Orchester der russisch-britischen Komponistin Elena Firsova zu hören.

Das Sinfonieorchester Basel im Musiksaal des Stadtcasinos Basel.
Das Sinfonieorchester Basel im Musiksaal des Stadtcasinos Basel.

Gleichzeitig richtet das Orchester den Blick auf Werke, deren Bedeutung im Repertoire neu bewertet wird: etwa auf die britische Komponistin und Frauenrechtlerin Ethel Smyth mit dem Doppelkonzert für Violine, Horn und Orchester oder auf Kaija Saariahos Orchesterwerk „Ciel d’hiver“.

Mit Künstlerpersönlichkeiten wie Jan Lisiecki, Truls Mørk, Francesco Piemontesi, Renaud Capuçon, Robert Trevino, Katharina Wincor oder Bertrand de Billy wird Basel zum Treffpunkt unterschiedlicher musikalischer Handschriften. Auch vielversprechende Nachwuchstalente wie die Schweizer Sopranistin Chelsea Zurflüh und die deutsch-kolumbianische Dirigentin Anna Handler treten in Basel auf. Gleichzeitig erhalten herausragende Musikerinnen und Musiker des eigenen Orchesters solistische Präsenz: Konzertmeisterin Friederike Starkloff, Solo-Klarinettistin Rossana Rossignoli und Solo-Hornistin Zora Slokar stehen prominent im Programm. So verbindet sich internationale Strahlkraft mit einer starken Identität des eigenen Orchesters.

Dass diese Identität über Basel hinaus wahrgenommen wird, gehört zum Selbstverständnis des Orchesters. Im Mai 2027 führt eine Residenz nach Salzburg. Unter Markus Poschner und gemeinsam mit der norwegischen Trompeterin Tine Thing Helseth präsentiert sich das Orchester in einer der international bedeutendsten Musikstädte Europas. Tourneen werden damit auch zu kultureller Botschaft: Basel tritt als Musikstadt in einen internationalen Dialog.

Bei „Poschner probiert“ öffnet das Orchester die Probenarbeit.
Bei „Poschner probiert“ öffnet das Orchester die Probenarbeit.

Im Anspruch, Musik neu erfahrbar zu machen, liegt ein besonderer Fokus darauf, Zugänge zu schaffen. Das Format „Poschner probiert“ öffnet den Probenprozess und macht unmittelbar erfahrbar, wie Interpretation entsteht. „Poschner’s Passion“ verbindet das Verständnis über Musik im Kontext zu anderen Bereichen und Disziplinen wie Forschung, Leadership u.a. aus der persönlichen Perspektive unseres Chefdirigenten Markus Poschner.

Mit einem sehr breit angelegten Vermittlungsprogramm entstehen Beziehungen zu sehr unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Für Kinder und Familien entstehen mit mini.musik und maxi.musik eigene Zugänge zur Welt des Orchesters. Jugendliche übernehmen in Schulkonzerten selbst die Moderation. Relaxed Performances und die Zusammenarbeit mit Institutionen für Menschen mit Behinderungen und sozial benachteiligten Menschen wiederum verankern Barrierefreiheit und kulturelle Teilhabe an unserem Programm.

Relaxed Performance im Probezentrum am Picassoplatz.
Relaxed Performance im Probezentrum am Picassoplatz.

Konzerte, Kompositionsaufträge, Aufnahmen, internationale Präsenz, Vermittlung und gesellschaftliche Öffnung sind Teile derselben künstlerischen Strategie.

Dahinter steht eine Überzeugung: Tradition und Experiment, künstlerische Exzellenz und Offenheit sowie Teilhabe sind keine Gegensätze. Sie gehören zusammen und sind für die Entwicklung unserer Gesellschaft von unschätzbarem Wert.

Ihr Franziskus Theurillat,
Orchesterdirektor

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