Termintipp

Bach: h-Moll-Messe BWV 232

Mit kristallklarem Klang berühren: Bachs h-Moll-Messe als Nachhall estnischer Unabhängigkeit

Es dauerte seine Zeit, bis sich die Chormusik des Baltikums vom Ruf als „Volksmusik“ befreit hat. Inzwischen werden die Werke von Komponisten wie Arvo Pärt oder Veljo Tormis jedoch als integraler Bestandteil klassischer Musik angesehen. Zu diesem Umstand haben auch Chöre wie der Estnische Philharmonische Kammerchor beigetragen. Der reine Klang des Ensembles aus Tallinn lässt an unberührte Natur denken – und berührt eben dadurch.

Im Chorgesang manifestiert sich das Nationalbewusstsein der Esten: Während der Abhängigkeit von der Sowjetunion war das Singen von patriotischen Liedern, beispielsweise der estnischen Nationalhymne, verboten. Bei der „Singenden Revolution“ versammelte man sich zum gewaltlosen Protest, bei dem zuletzt 300 000 Menschen gemeinsam sangen – und führte Estland damit 1991 in die erneute Unabhängigkeit. Zum ersten Mal erlangte Estland diese 1918, was der Estnische Philharmonische Kammerchor 2018 zum Anlass für seine Tour „Estonian Republic 100“ nahm. Mit den Bielefelder Philharmonikern singt er nun Bachs h-Moll-Messe. (Veronika Werner)

Interpreten

Cornelie Isenbürger (Sopran)
Hasti Molavian (Mezzospopran)
Anke Vondung (Alt)
Lorin Wey (Tenor)
Klaus Häger (Bariton)
Estnischer Philharmonischer Kammerchor
Bielefelder Philharmoniker
Alexander Kalajdzic (Leitung)

Vergangene Termine

Freitag, 15.03.2019
20:00 Uhr