Termintipp

Berlioz: L’enfance du Christ op. 25

© Daniel Regel

Carmina Burana

Carmina Burana

Hector Berlioz – der mit seiner Musik oft Missverstandene – schrieb ausgerechnet eines seiner populärsten Werke aus einer Laune heraus. Im Sommer 1850 komponierte er auf die Bitte seines Freundes Joseph-Louis Ducs hin spontan einen Orgelsatz im Barockstil, den er später in einen Chorsatz umarbeitete und mit dem Text über die Hirten von Bethlehem unterlegte. Darin verabschieden die Hirten die heilige Familie kurz nach Jesu Geburt auf ihrer Flucht nach Ägypten, da König Herodes alle kleinen Jungen töten will.

Zunächst schob Berlioz diesen Chorsatz einem Pariser Kapellmeister aus dem 17. Jahrhundert unter. Erst drei Jahre später, nachdem er ihn weiter ausgearbeitet hatte, bekannte er sich zu der Komposition. Nicht nur das: Berlioz machte sie zum Zentrum seiner – wie er sie bezeichnete – „Trilogie sacrée“. In den darauffolgenden Monaten fügte er dafür die Sätze „Der Traum des Herodes“ und „Die Ankunft in Sais“ hinzu und vervollständigte damit die Kindheit Christis. „L’enfance du Christ“ wurde im Frühjahr 1854 fertiggestellt und noch im gleichen Jahr zur Uraufführung gebracht.

Zeit seines Lebens feierte Hector Berlioz große Erfolge mit „L’enfance du Christ“. Bis heute zählt es zu den beliebtesten Oratorien und wird vor allem in der Weihnachtszeit häufig aufgeführt. Das Thema ist im Hinblick auf die anhaltende Welle von Geflüchteten aktuell wie nie. Auch ihre Geschichte wird mit dem Oratorium erzählt, ihre Angst und ihre Hoffnung, in einem fremden, neuen Land willkommen geheißen zu werden. (Irem Çatı)

Interpreten

Wetzlarer Singakademie
Philharmonisches Orchester Gießen
Jan Hoffmann (Leitung)

Vergangene Termine

Mittwoch, 04.12.2019
20:00 Uhr
Kirche St. Walburgis Wetzlar
Dienstag, 03.12.2019
20:00 Uhr

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