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Er liebt das Improvisieren, doch mit dem Komponieren hält er sich zurück: Der Pianist Joseph Moog widerstand der Verlockung, sich als Wunderkind feiern zu lassen – eine folgenreiche Entscheidung

Joseph Moog © Fernand Reisen

Joseph Moog

Joseph Moog konnte kaum die Pedale erreichen, als er das erste Mal an einem Klavier saß. 1987 in Ludwigshafen geboren, war er vier Jahre alt, als sich seine Eltern einen Flügel kauften. „Ich habe einfach Melodien nachgespielt und improvisiert“, erinnert sich Moog. Sein Talent wird bald erkannt, mit zehn Jahren kommt er als Jungstudent an die Hochschule für Musik in Karlsruhe, zwei Jahre später gibt er sein Konzertdebüt.

Doch eine Blitzkarriere hat er nicht im Sinn: Als mit dreizehn eine große Plattenfirma anklopft und einen Vertrag samt „Wunderkind“-Inszenierung anbietet, lehnt Moog ab. Er widmet sich weiter dem Studium, lernt u. a. bei Bernd Glemser. „Mit ihm hatte ich zum ersten Mal einen aktiven Konzertpianisten als Lehrer. Manche Werke, die ich einstudierte, hat er am Vortag selbst gespielt. Ich habe von ihm viel über Bühnenerfahrung, Durchhörbarkeit im Spiel, Transparenz und Pedalisierung gelernt.“

Inzwischen ist Moog selbst auf diversen Bühnen unterwegs, Auszeichnungen wie der „Gramophone Young Artist of the Year 2015“ oder die Grammy-Nominierung 2016 für seine Einspielung des Klavierkonzerts von Moritz Moszkowski öffnen ihm Türen in die internationale Klassikwelt. Gelegentlich mischt er unter seine Konzertprogramme auch Eigenkompositionen. „Komponieren ist für mich eine Vervollständigung, es bietet mir mehr Möglichkeiten als die Interpretation. Ich bin damit aber noch sehr sparsam, denn ich möchte jetzt ungern als ambitionierter Nachwuchskomponist wahrgenommen werden.“ (Jakob Buhre)

Interpreten

Joseph Moog (Klavier)
Göttinger Symphonie Orchester
Nicholas Milton (Leitung)

Programm

Bernstein: Ouvertüre zu „Candide” & Sinfonische Tänze aus „West Side Story”
Gershwin: Klavierkonzert F-Dur

Vergangene Termine

Freitag, 07.12.2018
19:45 Uhr
Lokhalle Göttingen

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