Als Konzertmeister der Akademie für Alte Musik Berlin und langjähriger Leiter des Händelfestspielorchesters Halle ist Bernhard Forcks Liebe zur Musik Georg Friedrich Händels wohl auch eine Berufsleidenschaft. Für den Saisonauftakt im Konzerthaus Berlin hat sich der Originalklangexperte nun ein Programm ersonnen, das dem Liebeswahn in Werken des berühmten Barockkomponisten nachspürt. Dazu gehören Auszüge aus „Alcina“, deren titelgebende Zauberin Männer mit magischen Kräften in ihren Bann zieht, und „Radamisto“, worin Tiridate die Frau seines Schwagers so heftig begehrt, dass er dafür selbst einen Krieg riskiert. Nach der Pause rückt Händels zugleich titelgebende Kantate „Il delirio amoroso“ ins Zentrum. Sie entstand 1707 während seiner Italienreise – in jener Zeit also, in der dem jungen Komponisten der Durchbruch gelang. Schon in diesem frühen pastoralen Werk zeigt sich jene Gabe zur prägnanten Seelenzeichnung, die später Händels dramatisches Schaffen prägen sollte: Er formt ein lyrisches Ich, das zwischen Sehnsucht, Wahnsinn und verzücktem Schmerz taumelt – freilich keine ungewöhnlichen Empfindungen für einen jungen Mann im Sehnsuchtsland der Deutschen.
Jiayu Jin (Sopran), Xenia Löffler (Oboe), Akademie für Alte Musik Berlin
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