Termintipp

Juliane Banse, SWR Symphonieorchester, Tito Ceccherini

© Elsa Okazaki

Juliane Banse

Juliane Banse

Das SWR Symphonie­orchester ist die Hauskapelle bei den Donaueschinger Musiktagen und dementsprechend nah am Puls der Zeit. Das kommt auch Gastspielen zugute: Gerade erst diesen Oktober beim Festival uraufgeführt, gibt es in Freiburg schon das jüngste Werk des Komponisten Saed Haddad: „Melancholie“ für chromatische Mundharmonika und Orchester. In seiner Musik hinterfragt Haddad Konzepte von Orient und Okzident sowie die Vorstellung des „Anderen“. Dazu gibt es György Kurtágs Orchesterminiaturen „New Messages“ und den Dialog mit frühen Avantgardisten: Alban Bergs Drei Bruchstücke aus „Wozzeck“ und Claude Debussys lange unterschätzte Ballettmusik „Jeux“. Denn vom eleganten Walzer, der gegen Ende aufblitzt, sollte man sich nicht täuschen lassen: „Jeux“, 1913 von den Ballets Russes uraufgeführt, ist seiner Zeit weit voraus. Es geht um einen Tennisball, der im Gebüsch landet, sowie um zwei Frauen und einen Mann, die in ihrer Sportlichkeit und ihrer angedeuteten erotischen Freizügigkeit bereits in die wilden Zwanzigerjahre passen. Zukunftsweisend ist auch die polyperspektivische Musik von „Jeux“, einem kubistischen Bild ähnlich: Kurze Gestalten und Klangfelder in präzise ausgewählten Orchesterfarben wechseln sich montageartig ab. Kontinuitäten werden gekappt und wieder aufgenommen, treten kurz in den Vordergrund und ziehen sich wieder zurück. Selbst radikalen Neutönern wie Boulez oder Stockhausen gefiel das. (Eckhard Weber)

Interpreten

Juliane Banse (Sopran)
SWR Symphonieorchester
Tito Ceccherini (Leitung)

Programm

Pesson: Neues Werk
Kurtág: New Messages op. 34a
Berg: Drei Bruchstücke aus „Wozzeck“
Debussy: Jeux

Termine

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