Termintipp Mieczysław Weinberg zum 100. Geburtstag

Quatuor Danel

© Marco Borggreve

Quatuor Danel

Quatuor Danel

Wenn Mieczysław Weinberg ein neues Werk veröffentlichen wollte, zeigte er es vorab seinem Freund Schostakowitsch. Beide Komponisten schätzten die Meinung des jeweils anderen, lieferten sich im privaten Rahmen gar einen kleinen Wettstreit um ihre Streichquartette. Für Weinberg wurde die Nähe zu Schostakowitsch fast zum Verhängnis, diffamierten ihn seine Gegner schon Ende der 1940er Jahre als „kleinen Schostakowitsch“. Viele seiner Werke wurden links liegen gelassen, kamen mitunter gar nicht zur Aufführung. Zum 100. Geburtstag Weinbergs hat das Quatuor Danel zwei Streichquartette Schostakowitschs und zwei von Weinberg im Gepäck – und stellt die ebenbürtige Könnerschaft beider Komponisten unter Beweis. Das Ensemble kann als wahres Experten-Quartett bezeichnet werden, da es sowohl eine Gesamteinspielung der Schostakowitsch- als auch der Weinberg-Quartette vorgelegt hat. Für zweitere ließ es sich ganze fünf Jahre Zeit, einige der siebzehn Werke waren Weltersteinspielungen oder wurden durch das En­semble gar erst uraufgeführt – so das sechste Quartett Weinbergs, welches vierzig Jahre auf seine Erstaufführung warten musste. Johann Buddecke

Interpreten

Quatuor Danel

Programm

Weinberg: Streichquartette Nr. 8 op. 66 & Nr. 5 op. 27
Schostakowitsch: Streichquartette Nr. 10 As-Dur op. 118 & Nr. 8 c-Moll op. 110

Vergangene Termine

Sonntag, 01.12.2019
18:00 Uhr
Mendelssohn-Saal

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