Termintipp

R. Strauss: Der Rosenkavalier

Wie einst die große Birgit Nilsson: Im „Rosenkavalier“ muss Signe Heiberg als Feldmarschallin ihren Geliebten aufgeben

© dimschu/gemeinfrei

Symbolbild zu "Der Rosenkavalier" (Silberne Rose)

Symbolbild zu "Der Rosenkavalier"

Es braucht gar keine abendfüllende Partie, um ein Gesangstalent als solches zu erkennen. 2014 war Signe Ravn Heiberg an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater in der Titelrolle von Paul Hindemiths zwanzigminütigem Einakter „Sancta Susanna“ zu erleben – und das große Potenzial der Sopranistin war offenkundig. Den Bürgerschock von 1922 über eine junge Nonne, die sich beim nächtlichen Beten in der Kirche als sexuelles Wesen zu begreifen beginnt, sang und spielte Heiberg in einer feurigen, entfesselten Lebendigkeit. Kaum zu glauben, dass sie an diesem Abend erstmals eine komplette Partie gab.

Die gebürtige Dänin hatte als Kind in Chören gesungen und bei einer Vorstellung von Händels „Giulio Cesare“ am Königlichen Theater Kopenhagen ihre Leidenschaft für die Oper entdeckt. Sie begann ihr Studium in ihrer Heimat, zog dann nach Hamburg und machte dort bald von sich Reden. 2015 kam sie beim Wettbewerb „Neue Stimmen“ der Bertelsmann Stiftung ins Halbfinale. Nach einem Gastspiel in Thomas Dorschs’ Kinderoper „Sterntaler und Rabenhexe“ wurde sie bereits zur Spielzeit 2016/17 in das Soloensemble des Theaters Lüneburg aufgenommen. Hier war sie als Gabriele in Johann Strauss’ „Wiener Blut“ zu sehen und debütiert im März als Feldmarschallin in Richard Strauss’ „Der Rosenkavalier“.

Auch die große Birgit Nilsson sang diese Rolle erstmals im Alter von dreißig Jahren. Heiberg möchte sich mit der Gesangsikone nicht vergleichen, freut sich aber, als sie von dieser Parallele hört: „Ach wirklich? Da bin ich ja erleichtert.“ Ab Juni steht sie dann als Amelia in Verdis „Un ballo in maschera“ bei den Eutiner Festspielen auf der Bühne am See. Darauf freut sie sich schon: „Auch weil es ganz schön ist, dass in dieser Oper mal nicht der Sopran, sondern der Tenor stirbt.“

Weil ein so sehr von interpretatorischer Wahrhaftigkeit geprägter Gesang wie in ihrem Fach enorm kräftezehrend ist, sucht Heiberg den Ausgleich beim Backen und experimentiert mit Sauerteig: „Der macht aber nicht immer mit, weil er launisch wird, wenn man ihn mal vergisst.“ Außerdem hat sie seit kurzem einen Cavalier King Charles Spaniel, den sie auf den Namen Bartók getauft hat: „Ein großer Name für einen kleinen Hund, aber das passt inzwischen ganz gut, weil er viel Persönlichkeit zeigt.“ (Wolfgang Wagner)

Interpreten

Signe Ravn Heiberg (Feldmarschallin Fürstin Werdenberg)
Thomas Dorsch (Leitung)
Hajo Fouquet (Regie)

Vergangene Termine

Freitag, 17.05.2019
19:30 Uhr
Theater Lüneburg
Mittwoch, 08.05.2019
19:30 Uhr
Theater Lüneburg
Freitag, 03.05.2019
19:30 Uhr
Theater Lüneburg
Samstag, 13.04.2019
19:00 Uhr
Theater Lüneburg
Sonntag, 07.04.2019
18:00 Uhr
Theater Lüneburg
Sonntag, 31.03.2019
18:00 Uhr
Theater Lüneburg
Sonntag, 24.03.2019
18:00 Uhr
Theater Lüneburg
Donnerstag, 21.03.2019
19:30 Uhr
Theater Lüneburg
Dienstag, 12.03.2019
19:30 Uhr
Theater Lüneburg
Samstag, 09.03.2019
19:00 Uhr Premiere
Theater Lüneburg

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