Die volkstümliche Schwanksammlung über den berühmten Streichespieler Till Eulenspiegel erschien bereits Anfang des 16. Jahrhunderts. Seither hat der Schalk, der sich stets dumm stellt und seine Mitmenschen letztlich immer mit gerissenem Scharfsinn übers Ohr haut, seine Spuren in Kunst und Literatur sowie auch in der Musikgeschichte hinterlassen. Häufig hört man heute Richard Strauss’ berühmte Sinfonische Dichtung mit dem kecken Hornmotiv im Konzertsaal erklingen. Seltener hingegen findet man die Volksoper „Till Eulenspiegel“ seines Zeitgenossen, namentlich des Wiener Komponisten Emil Nikolaus von Reznicek auf den Spielplänen. Mit dieser Musiktheater-Rarität wird das Hildesheimer Theater seine neue Spielzeit eröffnen, welche mit weiteren Eulenspiegel-Neuproduktionen in Schauspiel und Tanz ganz im Zeichen des närrischen Schabernacktreibers stehen soll. „Ick bin ulen spegel“, zu Neudeutsch: „Ich bin euer Spiegel“, soll der Schlingel einst gesagt haben. Ein Satz, der seine Rolle als gesellschaftskritischer Narr zum Ausdruck bringt, der anderen einen Spiegel vorhält, um ihre Schwächen aufzuzeigen.
Reznicek: Till Eulenspiegel
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