Termintipp

Schütz: Psalmen Davids (Auszüge)

© Stephan Floss

Dresdner Kammerchor

Dresdner Kammerchor

Der Weg von der einstigen Krone der Schöpfung bis zur scheinbar unbedeutenden Ameise in einem schier unendlichen Universum war ein schmerzlicher. Über die Jahrhunderte dehnte sich der Raum beträchtlich aus, in dem der Mensch seine Stellung immer wieder neu definieren musste. Die Entdecker neuer Kontinente trugen zur allgemeinen Verunsicherung ebenso bei wie Kopernikus mit seiner Erkenntnis, dass die Erde um die Sonne kreist. Renaissance-Maler überführten mit der Zentralperspektive und Komponisten mit mehrchörigen Vokalwerken das neue Raumbewusstsein in die Kunst. Heinrich Schütz lernte die venezianische Mehrchörigkeit im Markusdom durch seinen Lehrer Giovanni Gabrieli kennen und nutzte sie für seine Komposition der Psalmen Davids. Durch getrennte Aufstellung der Chöre wird hier der klingende Raum zum mikrokosmischen Abbild des sphärenharmonisch geordneten Universums, in dem der Gläubige singend und lauschend seinen göttlich zugewiesenen Platz einnimmt. So betritt der verunsicherte Mensch durch die prächtige Hintertür der Musik doch wieder jene heilige Halle, in der er die Krone tragen darf. Sören Ingwersen

Interpreten

Dorothee Mields & Isabel Schicketanz (Sopran)
David Erler & Stefan Kunath (Altus)
Georg Poplutz & Tobias Mäthger (Tenor)
Felix Schwandtke & Martin Schicketanz (Bass)
Dresdner Kammerchor
Hans-Christoph Rademann (Leitung)

Vergangene Termine

Samstag, 12.10.2019
20:00 Uhr

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