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Musik gegen den Stillstand: lautten compagney Berlin

Musik gegen den Stillstand: lautten compagney Berlin

Weil zur Passionszeit nur gesungen werden durfte

Die lautten compagney Berlin bettet Schütz’ Matthäus-Passion in Instrumentenklänge

Als Heinrich Schütz 1666 im Alter von 81 Jahren seine Matthäus-Passion komponierte, musste er sich an strenge Vorgaben halten. Da sein Werk ausschließlich für den liturgischen Gebrauch vorgesehen war, durfte er keine Instrumentalstimmen komponieren, da der Gebrauch von Instrumenten während der Passionszeit in Kirchen nicht vorgesehen war. So entschloss er sich, nicht einmal den von ihm selbst in Deutschland bekannt gemachten Generalbass hinzuzufügen, und präsentierte ein reines ­A-cappella-Werk. Über zweihundert Jahre später nahm sich schließlich der deutsche Komponist und Musikpädagoge Arnold Mendelssohn des bis dato nicht mehr erklungenen und auch nicht im Druck erschienen Werkes an, brachte die Passion in eine musikalisch neue Form mit Instrumentalbegleitung und leitete 1888 die Wiederaufführung in Bonn. Im März bringt nun die Berliner lautten compagney dieses Werk gemeinsam mit dem Staats- und Domchor Berlin und dem Knabenchor der Universität der Künste unter der Leitung von Kai-Uwe Jirka in der Jesus-Christus-Kirche zu Gehör. Dabei präsentiert das Spezialensemble für historisch informierte Aufführungs­praxis Schütz’ schon zur Entstehungszeit als Höhepunkt der Passionsmusik gefeiertes Stück im originalen früh­barocken Klanggewand und stellt es zudem in den Kontext geistlicher Vokalmusik aus seiner Entstehungszeit. So stehen neben Choralsätzen von ­Johann Crüger, seines Zeichens Berliner Nikolai-Kantor, katholisch-lateinische Motetten von Guillaume Bouzignac auf dem Programm. (Johann Buddecke)

Interpreten

lautten compagney Berlin
Kammerensemble des Staats- und Domchors Berlin
Kai-Uwe Jirka (Leitung)

Programm

Werke von Fasch
J.S. Bach
Becker u. a.

Termine

Mittwoch, 18.03.2020
19:00 Uhr

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