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Lucas Debargue © Felix Broede/Sony

Lucas Debargue

Samstag, 23. Juni 2018, 20:00 Uhr
Die Glocke Bremen (Bremen)

Lucas Debargue & Die Kammerphilharmonie Bremen

Dieser Pianist tauchte auf wie aus dem Nichts: Pianist Lucas Debargue gestattet sich die Freiheit, ganz er selbst zu sein – und bereichert manches Werk mit einer ganz neuen Lesart

Um international bekannt zu werden, musste Lucas Debargue in seiner jungen Pianistenkarriere keinen Hauptpreis bei einem Wettbewerb gewinnen. Beim renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau belegte der Franzose im Jahr 2015 den vierten Platz, durfte zum Schluss aber beim Galakonzert der Preisträger antreten. Die Musikkritik reagierte begeistert auf sein virtuoses, energiegeladenes Spiel.

Von Anfang an verlief Debargues Pianistenlaufbahn recht unkonventionell. Statt schon mit vier oder fünf Jahren die ersten Tonleitern zu spielen, setzte er sich erst mit elf ans Klavier. Dann folgten Jahre, in denen er das Instrument gar nicht mehr anrührte und lieber Literatur studierte. Erst vier Jahre vor dem Moskauer Wettbewerb begann er mit intensiven Vorbereitungen bei der russischen Klavierprofessorin Rena Shereshevskaya.

Seit seinem Durchbruch sorgt er immer wieder für Überraschungen. Neben ChopinRavelLiszt oder Schumann steht bei ihm etwa der selten gespielte russische Komponist Nikolai Medtner auf dem Programm. Debargue hat den Anspruch, sein Repertoire vollends zu durchdringen. Das Ergebnis müsse ganz simpel sein, eine Art Lebenshauch, meint er. Wenn Lucas Debargue nun in der Reihe „Junge Wilde“ bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen zu Gast ist, wird er mit seiner ganz persönlichen Sicht auf Ravels G-Dur-Klavierkonzert sicher wieder einigen Staub aufwirbeln. Denn bei ihm klingt vieles anders, als man es kennt. (Corina Kolbe)

Junge Wilde

Lucas Debargue (Klavier)
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Joshua Weilerstein (Leitung)

Shaw: Entr’acte
Ravel: Klavierkonzert G-Dur
Sibelius: Sinfonie Nr. 5 Es-Dur op. 82

Weiterer Termin: 25.6.

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