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Tobias Feldmann

Sonntag, 17. Juni 2018, 11:00 Uhr
Alte Oper Frankfurt (Frankfurt (Main))

Tobias Feldmann & Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Seine Geigensaite riss – seine Drahtseilnerven nicht: Beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb griff Tobias Feldmann sich das Instrument des Konzertmeisters – in Frankfurt vertraut er auf sein eigenes

Zu hören war damals ein kurzer Knackser, zu sehen der erschrockene Gesichtsausdruck von Nachwuchsgeiger Tobias Feldmann. Was war also geschehen im Finale des Brüsseler Königin-Elisabeth-Wettbewerb im Jahr 2015? Dem jungen Violinisten war genau das passiert, was für jeden Solisten auf der Bühne ein absoluter Alptraum ist – ihm war mitten in der Solokadenz von Béla Bartóks zweitem Violinkonzert eine Saite gerissen, ausgerechnet in dem Moment, wo wirklich jedes Augenpaar im Publikum auf ihn gerichtet war. Anders als Feldmanns Violinsaite rissen seine eigenen Drahtseilnerven nicht, er griff nach dem Instrument des Konzertmeisters und spielte den Satz zu Ende als wäre nichts gewesen. Glück im Unglück, denn von dort an nahm die Karriere des damals 24-jährigen Feldmann gehörig an Fahrt auf.

Ironischerweise scheint jenes Konzert Bartóks entscheidend für seine Solistenlaufbahn zu sein, denn im Vormonat desselben Jahres war er spontan für Christian Tetzlaff mit ebendiesem Werk eingesprungen. Den Grundstein für seine Karriere legte er schon im Alter von sieben Jahren. Es folgte ein Frühförderungsprogramm an der Musikhochschule Würzburg und nach dem kurz eingeschobenen Abitur gleich das Studium bei Antje Weithaas an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. Sogar als Hochschuldozent war er bereits tätig – mit der Wettbewerbs-Erlebnis aus Brüssel dürfte er mächtig Eindruck gemacht haben. (Johann Buddecke)

Tobias Feldmann (Violine)
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Valentin Uryupin (Leitung)

Prokofjew: Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 „Symphonie Classique“
Saint-Saëns: Violinkonzert Nr. 3 h-Moll op. 61
Mussorgsky/Ravel: Bilder einer Ausstellung

Weiterer Termin: 18.6.

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