Duo Bohemico

Wohlfühlen mit Stil und Geist: Das Duo Bohemico spannt Fäden vom Barock bis in die Gegenwart

Die Werke des deutschen Komponisten Robert Delanoff verweigern sich jeglicher Zuschreibung in den Kategorien moderner Kunstmusik, obwohl sie genau dies sind: Sie sind Musik ihrer Zeit, des späten zwanzigsten Jahrhunderts, und sie nutzen die Möglichkeiten zeitgenössischer Interpreten mit beträchtlicher Originalität. Dass sie sich in ihrem Ausdruck dabei in spürbarer Nähe zur Moderne nicht der Gegenwart, sondern eher der französischen 1920er Jahre im Geist Maurice Ravels bewegen, dass sie sich nicht dem Gebot des Experimentierens der musikalischen Avantgarde unterwerfen, kann über ihren Erfindungsreichtum nicht hinwegtäuschen. Der Titel „Eine Tafelmusik“, den Robert Delanoff im Jahr 1976 für einen Satz aus seiner Suite populaire fand, sagt sehr viel über seine Haltung zum Komponieren: Es ist eine Musik für den angenehmen Augenblick, welcher mit Stil und Geist veredelt wird. Dazu gehört der unbedingte Dienst am Musiker, denn auch dieser muss sich bei allem technischen Anspruch wohlfühlen. (Matthias Nöther)

Deutsches Nationaltheater (Foyer)

Duo Bohemico: Anna Cuchal (Flöte), Pavel Cuchal (Gitarre)

Bach: Sonate G-Dur BWV 1021
Dvorák: Romantische Stücke op. 75
Borne: Fantaisie brillante über „Carmen“
Novák: Choreae Vernales
Pelikán: Variationen über ein Thema „Agua e Vinho“ von Egberto Gismonti
Delanoff: „Eine Tafelmusik“ aus Suite populaire