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Die sizilianische Vesper/Mainfrankentheater Würzburg © Nik Schölzel

Szenenbild aus "Die sizilianische Vesper"

Dienstag, 13. März 2018, 19:30 Uhr
Mainfranken Theater (Würzburg)

Verdi: Die sizilianische Vesper

Was die Gemüter der Zensur erhitzte: Verdis Sizilianische Vesper probt den Aufstand

Die französischsprachige Grand opéra Les vêpres siciliennes von Giuseppe Verdi wurde zu dessen Lebzeiten ein Politikum. Wie schon zuvor bei Nabucco war es auch diesmal ein Sujet, das zeitlich eigentlich viel zu weit zurückliegt, um die Gemüter der Zensur zu erhitzen. Mehr als 500 Jahre lagen damals zwischen der italienischen Erstaufführung 1855 am Teatro Regio von Parma und jener Sizilianischen Vesper, die 1282 (zeitweise) die französische Herrschaft auf der süditalienischen Insel beendete.

In der Zeit des Risorgimento wurden die „vespri siciliani“ zum geflügelten Wort der Einigungsbewegung, so dass nicht nur der Titel der Oper, sondern gleich die gesamte Handlung verändert wurde: Zu groß war die Angst der restaurativen Kräfte vor einem Erstarken der progressiven Gemüter, und so firmierte das Werk unter dem Namen Giovanna di Guzman, die Handlung wurde in Portugal angesiedelt. Erst sechs Jahre später, nachdem das Teilkönigreich Italien unter Viktor Emanuel II. ausgerufen war, konnte Verdis Oper unter dem Titel I vespri siciliani aufgeführt werden – und gehört seither in Italien zum Standardrepertoire der Opernliteratur. (Maximilian Theiss)

Enrico Calesso (Leitung)
Matthew Ferraro (Regie)

Weitere Termine: 24.3., 8. & 19.4., 9., 24. & 28.6., 7. & 27.7.

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